Mit seinem prägnanten „Klack” wurde der Drehknebelschalter zu einem Design-Liebling des 20. Jahrhunderts – und ist bis heute ein beliebtes Gestaltungselement.

Einmal drehen – schon ist das Licht an! Nach diesem schlicht genialen Prinzip entstand vor rund 90 Jahren der Prototyp dieses Lichtschalters. Die Erfinder Robert und Hugo Berker ließen sich vom damals gerade aufkommen – den Bauhaus-Stil zu ihrem „Drehknebelschalter“ inspirieren: 1919 hatte Walter Gropius sein „Staatliches Bauhaus“ ins Leben gerufen und damit Architektur- und Designgeschichte geschrieben.

Die Brüder Berker waren begeistert von der Funktionalität der klassischen Moderne –wie man bis heute an ihrem Vorzeigeobjekt sieht – und gründeten noch im selben Jahr in Schalksmühle ihre „Spezialfabrik für elektrotechnische Installations-Apparate”.

Das elegante Rundstück war bald ein begehrtes Einrichtungsdetail und wurde in

den 1920er und 1930er Jahren in diversen Bauhaus-Bauten installiert. Dank der selbsterklärenden Form und des charakteristischen „Klack“-Geräusches hatte die pfiffige Erfindung buchstäblich im Handumdrehen eine große Fangemeinde. Die Popularität des Schalters führte im Jahr 1999 zu einer Neuauflage in der Berker-„Serie 1930”.

Seit 2007 ist er nicht nur in Kunststoff, Aluminium, Edelstahl und Glas zu haben, sondern auch – wie einst zu Bauhaus-Zeiten – in Porzellan. Solch kostbare Stücke erhellen heute berühmte Gebäude wie die vor knapp drei Jahren nach einem Brand wiedereröffnete Anna- Amalia-Bibliothek in Weimar oder das Dessauer Bauhaus. Aber auch sonst kann sich jeder, der das Licht gern ganz traditionell andrehen möchte, mit diesem Klassiker ein bisschen Nostalgie ins Haus holen.