Hobeln erfordert einige Übung. Der Lohn der Mühe sind dann aber auch konkurrenzlos feine Oberflächen.

Der richtige Umgang mit einem Handhobel sieht sehr viel leichter aus, als er ist. Denn wer es die ersten Male probiert, stellt meist fest, dass es auf der Holzoberfläche schnell zu Ausrissen kommt – besonders wenn gegen den Faserverlauf des Holzes gearbeitet wird oder das Hobeleisen nicht wirklich scharf ist. Auch ein zu groß eingestellter Überstand des Eisens kann zu unschönen Riefen im Holz führen. Verständlich, dass viele Heimwerker der Versuchung erliegen, spätestens jetzt den Hobel gegen Schleifklotz oder elektrisches Schleifgerät einzutauschen. Das Hobeln ersetzt das allerdings nicht.

Das macht die Oberfläche glatt

Hobel arbeiten gänzlich anders als Schleifer. Beim Schleifen wird die Holzoberfläche durch das Schleifkorn nämlich eigentlich nur aufgeraut. Wird immer feineres Schleifpapier genommen, fällt auch diese „Zerfaserung“ der Oberfläche feiner aus – was das Gefühl vermittelt, die Oberfläche ist glatt. Anders beim Hobeln: Hier fallen Späne beziehungsweise werden vom Hobeleisen abgeschnitten. Und erst dadurch wird die Oberfläche wirklich glatt, weshalb sich Hobeln auch hervorragend zur Endbearbeitung eines Werkstücks eignet. Zudem haben gehobelte Oberflächen einen feinen Schimmer, während geschliffene Flächen eher stumpf aussehen.

Hobel für jede Hand

Ein weiterer Unterschied fällt bei der Weiterbehandlung mit Beizen oder Acryllacken auf: Anders als gehobelte Flächen, muss geschliffenes Holz vorher gewässert und anschließend noch mal fein geschliffen werden. Sonst saugen sich die Holzfasern voll Beize oder Lack, richten sich auf und die Oberfläche wird rau.

Manuell oder elektrisch?

Doch nicht nur das glattere Ergebnis spricht fürs Hobeln. Im Vergleich zum Schleifen erlaubt diese Form der Holzbearbeitung auch einen sehr viel höheren Spanabtrag in kürzerer Zeit. Dabei empfiehlt es sich, den Hobel mit Schwung nach vorn zu schieben, so dass die erforderliche Schnittgeschwindigkeit auch sicher erreicht wird.

Wichtig:

Achten Sie darauf, die Bewegungsabläufe gleichmäßig auszuführen.

Tipp:

Am besten arbeitet es sich dabei in Faserrichtung.

Für die Grundausstattung reichen ein manueller Einhandhobel fürs „Grobe“ und ein Putzhobel für die Feinarbeit. Wer lieber elektrisch hobelt, findet bei fast allen Herstellern entsprechende Produkte. Aber Achtung: Auch wenn es mit Elektrohobeln einfacher geht, sollten Sie nicht zu viel Material auf einmal abtragen. Stellen Sie die Tiefe des Messers lieber so ein, dass in mehreren Arbeitsgängen gearbeitet wird, und führen Sie die Maschine stets langsam und ohne Druck über das Werkstück. Moderne Elektrohobel verfügen übrigens über Wechselmesser: Sind sie stumpf, werden sie einfach gewendet. Erst dann müssen sie ausgetauscht werden. Ein Nachschleifen ist nicht möglich.