Seit 1915 entstehen im Erzgebirge die Holzfiguren von Wendt & Kühn. Die kleinen musizierenden Engel verbreiten auf der ganzen Welt Feststimmung.

Zwei starke Frauen, verbunden durch ihre Begeisterung fürs Kunsthandwerk, stehen am Anfang des Traditionsunternehmens Wendt & Kühn. Die Studienfreundinnen Margarete Wendt und Margarete Kühn, Absolventinnen der Königlich-Sächsischen Kunstgewerbeakademie in Dresden, gründeten am 1. Oktober 1915 die „Offene Handelsgesellschaft M. Wendt und M. Kühn“. Ein mutiger Schritt für zwei junge Damen. Noch dazu mitten im Ersten Weltkrieg. Doch ihr Einsatz hat sich gelohnt: Noch immer entstehen im sächsischen Grünhainichen filigrane Holzarbeiten. Abnehmer finden sie auf der ganzen Welt.

Filigrane Handwerkskunst

In den ersten Jahren widmete sich Margarete Wendt vor allem der Figurenbildnerei. Margarete Kühn gestaltete hauptsächlich Truhen und Spanschachteln. Nach ihrer Heirat verließ sie Ende 1921 die Werkstätten,

ihr Name blieb jedoch im Unternehmenstitel und im Firmensignet erhalten. Von da an spielten die aus winzigen Holzdrehteilen gefertigten Figürchen die Hauptrolle in Grünhainichen. Margarete Wendt brachte ihre vielen Ideen zunächst zu Papier. Ihre Skizzen bildeten dann die Vorlage für die späteren Handmuster, die bis heute die Grundlage für die Herstellung der Figuren sind. Das berühmte Engelsorchester entwarf die Firmengründerin bereits 1923. Seither sind die geflügelten Musikanten begehrte Sammlerobjekte, und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Traditionelle Weihnachtsboten

Und alle Jahre wieder schmückt die sorgsam zusammengekaufte Kollektion dann den Christbaum oder wird liebevoll auf speziellen „Engel bergen“ in Position gebracht. Jeder der kleinen Klarinettisten, Harfen- und Akkordeonspieler ist übrigens ein Unikat. Und keiner verlässt die Werkstätten, ohne den „Stempel“ der illustren erzgebirgischen Herkunft unter den Füßen zu tragen: eine Tanne und die Initialen „W.u.K“.