Elegant erobern sie Fassaden, Rankgerüste und Spaliere. Kletterpflanzen bieten eine große Blütenpracht auf engstem Raum sowie einen guten Sicht- und Sonnenschutz.

Sie gehen schnell die Wände hoch und blühen dabei so richtig auf. Mühelos erklimmen Kletterpflanzen jede Mauer und winden sich apart um zarte Rankgitter. Die attraktiven Emporkömmlinge brauchen nicht viel Platz, um ihre üppige Pracht zu entfalten. Darum sind sie gerade für kleine Gärten gut geeignet. In Lauben, auf Balkonen und Terrassen sind Kletterer ebenfalls gern gesehen – auch, weil sie Schatten spenden und vor unwillkommenen Blicken und Lärm schützen.

Ein- und mehrjährige Kletterer

Einjährige Kletterpflanzen wie Duftwicke oder Kapuzinerkresse wachsen in ihrer kurzen Lebensspanne erstaunlich hoch und bringen oft bezaubernde Blüten hervor. So lassen sich Pergolen, Zäune und Bögen jedes Jahr neu gestalten.

Wer eine dauerhafte Begrünung bevorzugt, ist mit mehrjährigen Kletterern bestens bedient. Schling- und Rankpflanzen wie die Clematis klammern sich an Triebe und Rankhilfen, Spreizklimmer wie Winterjasmin oder Rosen haken sich mit Seitenzweigen oder Dornen fest. Wuchskräftiger Wilder Wein und Efeu, sogenannte Selbstklimmer, bringen Fassaden zum Blühen und schützen das Mauerwerk vor der Witterung. Als Faustregel gilt: Immergrüne Kletterer fühlen sich an schattigen oder halbschattigen Nordfassaden wohl, laubabwerfende bevorzugen Südlage.

Tipp: Eine Vielfalt an Kletterpflanzen und dazu den passenden Katalog erhalten Sie zum Beispiel bei Bakker, Tel. 04102 499111, www.bakker.de. Hier ein paar hübsche Beispiele – in der Galerie sehen Sie sie in voller Pracht.

Clematis

Keine Kletterpflanze blüht so kräftig wie die hier bunt gemischte Clematis. Da sie kein Tropfwasser mögen, sollte das mindestens 60 Zentimeter tiefe Pflanzloch weit von der Hausmauer entfernt stehen und mit einer Mulchdecke bedeckt sein. Empfehlenswert

ist die Frühjahrspflanzung an sonnigen bis schattigen Plätzchen. Je nach Sorte blühen Clematis von April bis September. Sommerblüher werden im Februar, Frühjahrsblüher nach der Blüte geschnitten. Im Winter wird der Wurzelfuß mit Reisig gegen Frost geschützt.

Wilder Wein – Jungfernrebe

Dank ihrer starken Haftwurzeln setzt sich die Jungfernrebe schnell und fest an Hausfassaden und Zäune. Im Herbst färben sich die Blätter leuchtend rot. Der 8 bis 15 Meter hoch wachsende Wilde Wein benötigt einen sonnigen oder halbschattigen Standort mit humusreichem, durchlässigem Boden. An Säulen und Pfeilern sorgt er für Wind-, Sicht- und Sonnenschutz.

Winterjasmin

Dieser Laub abwerfende Kletterer blüht von Januar bis April. Selbst wenn es schneit und friert, leuchtet er goldgelb. Winterjasmin mag es geschützt und sonnig. Dient die Pflanze als Wandbekleidung, benötigt sie eine Kletterhilfe. Jeder humose Gartenboden ist geeignet. Winterjasmin muss im Frühjahr gedüngt werden, bei langsamem Wachstum auch noch mal im Sommer. Nach der Blüte werden die Triebe zurückgeschnitten – das fördert die Verzweigung mit höherem Blütenansatz.

Weißer Regen

Die schnell wachsende Schlingpflanze mit hellgrünen, fein gefiederten Blättern und leicht duftenden Blütendolden windet sich an Bäumen, Pfosten und Spalieren hoch. Weißer Regen braucht reichlich Platz, um sich auszubreiten, möglichst in Südlage mit viel Sonne. Empfohlen sind nahrhafte wie kalkhaltige, sandige Lehmböden. Bei trockenem Wetter muss die Pflanze viel gegossen, im Frühjahr und Sommer gedüngt werden. Bis zur vollen Blüte (von Mai bis Juli) dauert es 5 bis 7 Jahre, bei starkem Rückschnitt setzt sie bereits 2 bis 3 Jahre nach dem Einpflanzen ein.

Volle Pracht auf wenig Raum

Für freistehende Bögen, Zäune und Pergolen sind Kletterpflanzen ein hervorragendes Gestaltungselement. Die schönsten Effekte entstehen durch verschiedene, ineinanderwachsende Sorten mit unterschiedlicher Blühzeit. So können Sie die ganze Saison über die volle Pracht genießen.