Wenn es kalt wird, haben die meisten einheimischen Tiere ihre eigene Überlebensstrategie. Doch manchmal tut ihnen auch ein bisschen menschliche Hilfe gut.

Schnee, Minusgrade und vereiste Böden – im Winter ist Verkriechen oft eine gute Lösung. Das finden auch viele Tiere. So legen sich Igel, Haselmaus, Murmeltier & Co. in den kältesten Monaten des Jahres schlafen. Vorher fressen sie sich einen dicken Winterspeck an, um die lange Ruhepause ohne Nahrung zu überstehen. Fische, Frösche und Insekten überbrücken die Minusgrade mit noch extremeren Mitteln: Sie verfallen in Winterstarre und erwachen erst, wenn es wieder Frühling wird.

So päppeln Sie kranke Igel auf

Igel, die zu früh aus dem Winterschlaf erwachen, weil sie krank oder untergewichtig sind, brauchen auf jeden Fall Hilfe. Kranke Tiere erkennt man daran, dass sie tagsüber umherlaufen und dabei torkeln oder umfallen. Ob ein Igel untergewichtig ist, können Sie ganz einfach testen: Lässt er sich mit beiden (normal großen Frauen-)Händen vollständig umfassen, wiegt er weniger als 400 Gramm und wäre allein nicht überlebensfähig.

Als erste Maßnahme sollten Sie das Tier aufwärmen, indem Sie es in ein warmes Frotteehandtuch hüllen. Danach sollten Sie den Igel füttern, am besten mit Katzen- oder Hundefutter. Alternative: zerbröselte Butterkekse oder zerkleinerte Erdnüsse. Achtung: Kuhmilch ist streng verboten, sie führt zu Durchfall und oft tödlichen Darmentzündungen.

Igel brauchen Auslauf. Daher sollten Sie Ihrem „Hausgast“ genug Platz zur Verfügung stellen. Ideal ist ein mit Backpapier oder Pappe ausgelegtes, zwei Quadratmeter großes „Gehege“ mit mindestens 45 Zentimeter hohen Wänden aus Sperrholzplatten. Ein mit Papier gefüllter Karton dient als Schlafhäuschen.

Dann braucht der stachlige Mitbewohner nur noch eine Fütterung pro Tag, und zwar abends. Und auch, wenn’s schwerfällt: Im April/Mai sollten Sie „Ihren“ Igel dann wieder in die Freiheit entlassen.

Vögel nur füttern, wenn’s richtig kalt ist

Nicht alle Tiere ziehen sich zurück. Manche trotzen den ungemütlichen Umständen und bleiben wach und agil – und hungrig. Ob sie

in dieser Zeit menschliche Unterstützung brauchen, ist ein oft diskutiertes Thema. Besonders bei der Vogelfütterung gibt es zwei Meinungen. Die einen gehen davon aus, dass Kohlmeise, Fink und Star auch im Winter ausreichend Nahrung finden. Die anderen halten, sofern bestimmte Regeln eingehalten werden, das Angebot von Futterstationen für sinnvoll:

  • Füttern Sie Wildvögel nur bei dauerhaft geschlossener Schneedecke und gleichzeitigem Nachtfrost mit Temperaturen unter – 5 Grad Celsius..
  • Achten Sie auf einen sauberen Futterplatz. Dreck und Kot können Krankheiten verursachen.
  • Am besten verwenden Sie Futtersilos. In ihnen ist die Nahrung sicher vor Regen, Nässe, Wind und Schnee.
  • Füttern Sie niemals Speisereste. Sie enthalten Gewürze und Salz. Schon ein geringer Anteil davon kann bei Vögeln zum Tod führen.

Geeignet zum Füttern sind: Sonnenblumenkerne, Hirse, Getreidekörner, Fett-Kleie-Gemische, Haferflocken, Obst, Rosinen, Wildbeeren, Futterringe und -knödel, Kokosnusshälften mit Rinderfett sowie fertige Futtermischungen aus der Zoohandlung.