Wenn sich Ungeziefer übers Beet hermacht, bleibt oft nicht viel übrig. Zum Glück gibt es Möglichkeiten, Pflanzen ohne Chemie vor den kleinen Biestern zu schützen.

Die Täter kommen häufig in der Dämmerung oder nachts und hinterlassen eine Spur der Verwüstung in den sorgfältig angelegten Beeten. Wenn sich Blattläuse, Dickmaulrüssler oder Nacktschnecken über Kopfsalat und Kohl hermachen, bleibt von der mühsam aufgezogenen Pracht meist nicht viel übrig. Da kann man schon mal in Versuchung kommen, mit der chemischen Keule zuzuschlagen. Doch das muss gar nicht sein. Es gibt nämlich durchaus natürliche Wege, den Garten vor kleinen gefräßigen Biestern zu schützen.

Vorbeugen statt behandeln

Je früher die Symptome von Schädlingsbefall erkannt werden, desto weniger aufwendig und effizienter ist die Gegenmaßnahme. Zwar ist es ein bisschen mühselig, die Pflanzen regelmäßig unter die Lupe zu nehmen (und zwar buchstäblich!), aber der Einsatz lohnt sich. Blattläuse zum Beispiel lassen sich durch ein Vergrößerungsglas problemlos auf den Triebspitzen junger Blätter sehen, und auch Pilzinfektionen machen sich früh durch hellgrüne bis bräunliche Verfärbungen bemerkbar. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Selbst an Obstbäumen lassen sich durch fachgerechten Rückschnitt befallener Äste weitere Schäden vermeiden.

Schaedlingsbekaempfung_Tabelle-_quer_3-spaltig

 

Entfaltungsraum für kleine Helfer

Zur Vorbeugung gehört auch, auf das biologische Gleichgewicht im Nutzgarten zu achten. Dabei gilt: Nicht alles, was krabbelt, will Ihnen an die Beete. Nützlinge sind natürliche Feinde von Schädlingen (siehe Tabelle). Planen Sie daher ausreichend Entfaltungsraum für die kleinen Helfer ein. Denn damit sich Nützlinge dauerhaft ansiedeln, müssen sie günstige Lebensbedingungen vorfinden.

Pflanzen Sie ein paar verlockende Blumen. Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, Gallmücken, Raubmilben und Nematoden (Fadenwürmer) sind die bewährtesten und gründlichsten Aktivisten gegen Ungeziefer. Sie befreien die Pflanzen sorgfältig von ungebetenen Gästen wie Weißen Fliegen oder Läusen. Ein besonders effizienter Kämpfer ist der Marienkäfer mit seinem unersättlichen Appetit auf Blatt- und Wollläuse, Thripsen und viele andere Schädlinge. Gut zu wissen: Wenn einem diese Helferlein nicht von selbst zufliegen, kann man sie – auch in größeren Mengen – kaufen. Zum Beispiel bei re-natur, Tel. 04323 90100, www.re-natur.de  Sollte der Griff zur Spray­dose gar nicht vermeidbar sein, etwa bei der Bekämpfung von Blattläusen, geht auch das mit sanften, biologischen Mitteln.

Rezept Brennnessel-Kur

Ein Sprühregen aus Brennnesselauszug vertreibt die klebrigen Plagegeister. Das Rezept ist schlicht: Reichlich Brennnesseln sammeln und klein schneiden. In Wasser einlegen. Durchziehen lassen. Nach 24 Stunden hat der Auszug die notwendige Konzentration und ist, nach dem Abgießen durch einen Filter, einsatzbereit. Das mag ein bisschen mehr Mühe machen, als einfach mit Gift zu spritzen. Doch der große Vorteil: Nützliche Insekten und andere Tiere werden nicht gefährdet. Das biologische Gleichgewicht bleibt gewahrt.

Und noch drei Tipps: Pflanzen Sie nicht zu eng. Gießen Sie nur so viel wie nötig. Und wer regelmäßig Nacktschnecke & Co. aus seinen Beeten sammelt, hilft der sanften Kraft der Natur ein wenig nach.