Die gute Nachricht zuerst: Es ist immer ein positives Zeichen, wenn sich ein Maulwurf in Ihrem Garten aufhält. Denn nur wenn die kleinen Wühler gesunde und fruchtbare Erde mit ausreichend Nahrung vorfinden, beschließen sie zu bleiben. Im Prinzip dürfen Sie sich also geschmeichelt fühlen.

„Natürlich“ vergrämen

Doch spätestens, wenn die Erdhügel im Garten überhandnehmen, wollen viele Hobbygärtner nur noch das Eine: Den ungeliebten Untermieter möglichst schnell wieder loswerden! Doch das ist leichter gewünscht als getan. Der Maulwurf darf nämlich weder gejagt noch verletzt oder getötet, ja eigentlich nicht einmal gestört werden, da er nach der hierzulande geltenden Bundesartenschutzverordnung zu den „besonders geschützten“ Tierarten gehört. Aus dem eigenen Garten herauskomplimentieren darf man den tagblinden Insektenfresser natürlich (Betonung auf „natürlich“!), aber das kann zu einer echten Geduldsprobe werden. Es dauert nämlich unter Umständen Tage, die pelzige Nervensäge endgültig loszuwerden.

Immer der Nase nach

Die beste Angriffsfläche bietet die extrem sensible Nase von Talpa europaea, so der wissenschaftliche Name des Winzlings. Wenn’s ihm stinkt, sieht er zu, dass er (neues) Land gewinnt. Entsprechend wirkungsvoll – und durch das Bundesnaturschutzgesetz ausdrücklich erlaubt – sind sogenannte ökologische Vergrämungsmittel, die auf starken Gerüchen basieren. Bewährt hat sich etwa Seifenlauge, aber auch Knoblauch, Jauche oder Präparate mit Zitrusölen, die in die Tunnel gegossen werden, lassen die Tiere das Weite suchen.

Allerdings sollten Sie den Maulwürfen dabei stets einen Fluchtweg vorgeben. Dazu wird

das Vergrämungsmittel von der Mitte oder einer der Seiten der betroffenen Rasenfläche aus in die Gänge bzw. den Maulwurfshügel eingebracht. Am folgenden Tag sollten Sie die Prozedur in etwa 1,50 Meter Entfernung von der ersten Stelle wiederholen, am nächsten Tag entsprechend wieder. Bis der ungebetene Gast seine „Villa Hügel“ – der Begriff ist angelehnt an die Krupp-Villa Hügel in Essen – endgültig geräumt hat.

Und noch mehr Störenfriede…

Der globale Klimawandel ist längst auch in den heimischen Gärten angekommen. Die insgesamt wärmeren Sommer und milderen Winter gefallen vor allem ungeliebten Gästen unterm Rasen, in Beeten und auf Blättern. Und es kommen immer mehr dazu: Durch die höheren Temperaturen werden unsere Breiten auch für ursprünglich südlicher orientierte Plagegeister behaglich. Und angestammte Schädlinge können – anders als in früheren, kälteren Zeiten – gemütlich überwintern. In der Galerie lesen Sie, was Sie gegen Wühlmaus, Dickmaulrüssler und Spanische Wegschnecke tun können.