Stauden blühen sehr früh auf. Ihr robustes Grün schmückt den Garten aber nicht nur zur Sommerzeit – nein auch im Winter, wenn es schneit …  Im verschneiten Garten sind Stauden mit ihrem robusten Grün ein Hingucker. Und nur wenig später kann man sich an ihren farbenfrohen Blütenkleidern erfreuen – alle Jahre wieder. Viele Stauden bringen bereits zeitig im Frühling die erste Farbe ins Beet. Wer mit kundiger Hand kombiniert, kann leuchtende, duftende Gartenräume inszenieren, denn Stauden sind in vielen Formen und Schattierungen zu haben.

Einzigartiger Artenreichtum

1.200 Arten und Sorten bieten deutsche Staudengärtner durchschnittlich an: Beet-, Wild- und Schattenstauden, Winter- und Immergrüne, Farne und Gräser, Sumpf- und Wasserpflanzen, Zwiebel- und Knollengewächse. Die Pflanzenteile von Stauden verholzen nicht, meist sterben sie nach jeder Vegetationsperiode ab und treiben in der folgenden wieder aus. Viele Stauden überwintern oberirdisch, andere besitzen unterirdische Speicherorgane wie Rhizome (Erdsprosse), Zwiebeln oder Knollen.

 

Winterzauber mit Wintergrünen

Mit der Farbfülle ist es im Winter zwar vorbei, denn die meisten Stauden sind eingezogen. Doch viele Gräser wie Chinaschilf (Miscanthus sinensis) und manche Stauden wie Brandkraut (Phlomis russeliana) bewahren lange ihre imposante Gestalt und sind besonders hübsch, wenn sie mit Tau oder Reif geschmückt sind. Und: Nicht alle Stauden ziehen vollständig ein – etliche zeigen auch im Winter ihr grünes Blattwerk oder kommen nun erst richtig zur Geltung. Gut zu wissen: Während Immergrüne ihre Blätter über Jahre behalten, werfen Wintergrüne ihr Laub mit Beginn des Neuaustriebs im Frühling ab.

Eine robuste, wintergrüne Staude, die auch Schatten und Trockenheit verträgt, ist die Bergenie (Bergenia). Die großen, kräftigen Blätter eignen sich bestens für Blattschmuckrabatte. Im Herbst ist die Bergenie rötlichbraun, im April und Mai sprießen weiße, rosa oder purpurfarbene Blüten.

Ebenso anspruchslos ist die trügerisch zarte Elfenblume (Epimedium). Sie mag es halbschattig bis schattig und färbt sich zur kalten Jahreszeit je nach Sorte kupferfarben bis frischgrün. Auch Steingärten können im Winter schön bleiben, etwa mit niedrigen Gewächsen wie Moos-Steinbrech (Saxifraga x arendsii), Sand-Thymian (Thymus serpyllum) und Schleifenblume (Iberis sempervirens).

Eis-Prinzessin

Einige Pflanzen blühen sogar bei Eis und Schnee. Am bekanntesten sind wohl die weißen, mitunter rötlich getönten Blüten der bezaubernden Christ- oder Schneerose (Helleborus niger,. Sie erscheinen mitten im Winter, manchmal schon um die Weihnachtszeit. Da Christrosen am liebsten ungestört wachsen, sollten Sie sie idealerweise im Halbschatten zwischen sommergrünen Gehölzen platzieren.

Vor Frost schützen

Der Herbst ist die ideale Zeit für Neu- oder Umpflanzungen. So bilden Pflanzen noch vor dem Winter frische Wurzeln und erschließen sich dadurch ein größeres Bodenvolumen, aus dem sie im Frühjahr Wasser und Nährstoffe ziehen können.

Nicht wenige Stauden trotzen zwar selbst strengem Frost. Grundsätzlich sollten Sie aber auch winterharte Gewächse vor Minusgraden schützen. Das gilt vor allem für Neupflanzungen, die erst noch richtig anwachsen müssen. Eine längere „Eiszeit“ kann da massive Schäden anrichten. Als Deckmaterial eignen sich Fichtenreisig für wintergrüne, trockenes Laub oder Stroh für alle anderen Stauden. Gräser schützen sich selbst, wenn das Laub zusammengebunden wird.

312 Stauden in Wort und Bild

Noch Fragen? In diesem Buch können Sie nachschlagen: Der „Taschenatlas Stauden“ von Martin Haberer stellt in kompaktem Format 312 Stauden für ­Garten und Landschaft vor. Die Pflanzen sind nach ihren botanischen Namen alphabetisch sortiert. Eine kurze Einführung und Serviceseiten wie ein Arbeitskalender runden den Band ab. Ulmer Verlag, 190 S., 9,90 Euro.

Taschenatlas Stauden