Brandschutz Brandschutz optimieren

Dienstleister montiert einen Rauchmelder
Rauchmelder schlagen bei den ersten Anzeichen von Qualm sofort Alarm. Foto: www.rauchmelder-lebensretter.de

Ob ein defekter Kühlschrank, eine vergessene Herdplatte oder eine Kerze auf dem Adventskranz – überall, wo Zündquelle und Brennmaterial zusammenkommen, können Brände entstehen. Grund genug also, um den gesetzlich vorgeschriebenen Brandschutz einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer in einer älteren Bestandsimmobilie lebt, sollte unbedingt prüfen, wie es um den Brandschutz bestellt ist und gegebenenfalls nachrüsten. Auch beim Neubau ist das wichtig: Schon bei der Planung sollte man sich Gedanken darüber machen. Die Vorbeugung von Brandentstehung und -ausbreitung ist nach der Musterbauordnung nämlich Pflicht. Schließlich müssen die Gebäudeteile im Ernstfall hohen Temperaturen standhalten, damit die Bewohner sich ins Freie retten und Feuerwehrkräfte zum Brandherd vordringen können, ohne dass das Gebäude einstürzt.

Baulicher Brandschutz ist Ländersache

Wichtig: Die Vorschriften zum Brandschutz variieren je nach Bundesland. Bauherren sollten sich also in der jeweiligen Landesbauordnung über die geltenden Vorschriften informieren. Grundlage hierfür ist die Musterbauordnung des Bundes. Sie regelt die Feuerwiderstandsdauer einzelner Bauteile und gibt vor, aus welchen Baustoffen sie bestehen dürfen. Je nach Gebäudeart und -höhe variieren die Vorschriften.

Die wichtigste Norm für den baulichen Brandschutz ist die DIN 4102: Sie kategorisiert brennbare und nicht brennbare Baustoffe. Fällt ein Bauteil in die zweite Kategorie, schreibt ihm die Norm eine Feuerwiderstandsklasse zu. Diese gibt an, wie lange ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält. Tragende Bauteile müssen besonders feuerwiderstandsfähig sein, genauso wie Türen, die im Brandfall die Ausbreitung von Rauch und Feuer verhindern müssen. Der bauliche Brandschutz richtet sich außerdem nach Höhe, Lage und Nutzung des Gebäudes. Auch hier gilt: Unbedingt in der Landesbauordnung über die Details informieren!

Risikofaktoren ausschalten

Wussten Sie, dass elektrotechnische Defekte zu den häufigsten Brandursachen gehören? Die beste Schutzmaßnahme ist ein regelmäßiger E-Check: Hier kontrolliert ein Fachmann, ob Geräte und Elektroanlage im Sinne der einschlägigen VDE-Bestimmungen in ordnungsgemäßem Zustand sind. Wichtig ist etwa, dass Lüftungen von Elektrogeräten nicht verdeckt werden – sonst besteht Überhitzungs- und Brandrisiko. Nähere Informationen zum Thema gibt’s hier.

Viele Wohnungsbrände entstehen außerdem durch menschliches Fehlverhalten. Vergisst man etwa das Bügeleisen oder den Herd, können sich brennbare Materialien in der Nähe unbemerkt entzünden. Besonders Kerzen und andere offene Feuerquellen – wie etwa glimmende Zigaretten – dürfen Sie auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen! Betreiben Sie einen Kaminofen, sollten Sie ihn regelmäßig warten und reinigen. So minimieren Sie das Risiko von Rußbrand. Auch hier gilt: Solange ein Feuer im Kamin prasselt, sollte sich eine Person im gleichen Raum aufhalten.

Für den Ernstfall vorsorgen

  • Rauchmelder reagieren sensibel auf Qualm und schlagen lautstark Alarm. Zweifelsohne gehören sie zu den großen Helden in Sachen Brandschutz. Deshalb sind sie mittlerweile auch in allen Bundesländern Deutschlands Pflicht. Wichtig: Die Sensoren bedürfen der regelmäßigen Wartung. Je nach Bundesland ist das Sache der Eigentümer oder Mieter. Nähere Informationen bietet unter anderem das Forum Brandrauchprävention e. V..
  • Feuerlöscher können bei Entstehungsbränden, also bei kleinen, sich gerade erst entwickelnden Bränden, schnelle Hilfe leisten. Die Geräte arbeiten mit Wasser, Pulver oder Schaum. Für den Privathaushalt eignen sich in der Regel Wasserlöscher am besten. Mit ihnen lassen sich Brände, die unter Glutbildung entstehen, gut löschen. Und: Sie verursachen die geringsten Folgeschäden. Der Einsatz von Pulverlöschern dagegen schädigt häufig elektrische Leitungen.