Energetisch sanieren Das lohnt sich gleich dreifach

Eine zeitgemäße Heizung, eine Rundum-Dämmung, neue Fenster und Türen: Eine energetische Sanierung spart nicht nur eine Menge Energiekosten. Als Bewohner genießen Sie auch einen höheren Wohnkomfort und halten Ihr Haus wertstabil.

Ob kleine Instandsetzung oder größere Modernisierung – am Anfang steht eine gründliche Analyse des Hauses: Wie ist der bauliche Zustand? Wo geht am meisten Energie verloren? Welche Maßnahmen lassen sich kombinieren?

Beantworten können diese Fragen am besten Fachleute: die Energieberater. Sie helfen bei der Erstellung eines Gesamtkonzepts und besprechen mit Ihnen die einzelnen Maßnahmen. Hier finden Sie einen Experten in Ihrer Nähe.

Wenn Sie sich vorab schon mal online zu sinnvollen Maßnahmen an Ihrem Haus informieren möchten, bekommen Sie passende Vorschläge zum Beispiel über den Sanierungskonfigurator auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die staatlichen Vorgaben beachten

Die geringeren Heizkosten sind eigentlich schon Grund genug für eine energetische Sanierung. Einige Maßnahmen schreibt allerdings der Staat sogar vor. Die jüngste Bestimmung der Energieeinsparverordnung (EnEV) betrifft sowohl Neubauten als auch ältere Gebäude, die umfassend saniert werden. Voraussetzung: Der Bauantrag oder die Bauanzeige wurde erst in diesem Jahr eingereicht. Falls keine Genehmigung oder Anzeige nötig ist, darf die Umsetzung der Maßnahmen erst in diesem Jahr gestartet sein.

Die neuen Regelungen enthalten unter anderem strengere Grenzwerte für den Wärmeverlust durch die Gebäudehülle. Sie fordern eine durchschnittliche Steigerung des Dämmstandards um 20 Prozent. Dafür sorgen beispielsweise hoch wärmedämmende Fenster oder ein dickeres Mauerwerk.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Wenn man seinen Wohnraum um mehr als 50 Quadratmeter erweitert und dabei auch eine neue Heizung installiert, muss der neu angebaute Gebäudeteil die Neubau-Anforderungen der EnEV erfüllen.

Hier finden Sie weitere Informationen und den Text der EnEV.

Amortisationszeiten unterschiedlicher Dämmmaßnahmen

Amortisationszeiten
Quelle: Gesamtverband Dämmstoffindustrie (GDI) e.V.

Die Maßnahmen clever kombinieren

Auch beim Energiebedarf wurden die EnEV-Anforderungen deutlich erhöht. Künftig muss der Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und den Betrieb von Brennern, Pumpen und Reglern um 25 Prozent sinken. Das lässt sich prinzipiell mit allen modernen Heizungsanlagen erreichen. Kommen allerdings alternative Techniken zum Einsatz, verringert das beispielsweise die Anforderungen an die Außendämmung. Das heißt: Die Verwendung von Solarthermie oder Erdwärme kann mit dem maximal zulässigen Primärenergiebedarf des Gebäudes verrechnet werden.

Und noch eine gute Nachricht: Für die meisten Modernisierungsmaßnahmen gibt es staatliche Unterstützung. Aber Achtung: Förderanträge bei der KfW Bankengruppe müssen in der Regel vor Beginn der Baumaßnahme gestellt werden. Mehr dazu finden Sie im Artikel „Jetzt Extra-Geld vom Staat kassieren“.

Das Vorhaben umsetzen

Stehen die erforderlichen Maßnahmen fest, können Sie Angebote bei den entsprechenden Handwerkern einholen. Bei einer umfassenden Modernisierung lohnt es sich, einen Architekten hinzuzuziehen. Er überwacht und kontrolliert den Bauablauf. Steht das ausführende Bauunternehmen fest, empfiehlt sich der Abschluss eines Bauvertrags. Dort sind beispielsweise Zahlungsfristen und Mängelansprüche festgelegt. Ebenfalls wichtig: ein Abnahmeprotokoll.