Energie sparen Wärmepumpe: Heizen mit der Kraft der Natur

Wärmepumpe
Wärmepumpen machen unabhängig von fossilen Brennstoffen. Foto: dimplex.de

Die meiste Energie in deutschen Haushalten geht durchs Heizen verloren. Wer hier einspart, schont die Umwelt und den Geldbeutel. Eine besonders clevere Lösung sind Wärmepumpen. Mit Öko-Strom betrieben, kommen sie ohne fossile Brennstoffe aus.

Eine Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie ein Kühlschrank. Bei diesem entzieht das Kältemittel in den Kondensatoren den Lebensmitteln Wärme und gibt sie nach draußen ab. Die Wärmepumpe holt Energie aus dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Außenluft und leitet sie zum Heizen weiter. Der Clou: Aus 25 Prozent Antriebsenergie in Form von Strom werden 100 Prozent Heizungsenergie.

Video: Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

 Welche Wärmepumpe ist die richtige?

Wärmepumpen unterscheiden sich in erster Linie durch ihre Energiequelle. Außenluft, Grundwasser, Erdreich – was jeweils am besten passt, hängt ganz von den örtlichen Gegebenheiten und dem Wärmebedarf des Hauses ab.

Luft als Wärmequelle: Die Außenluft enthält immer einen Teil Sonnenwärme – sogar bei Minusgraden. So kann ihr eine Wärmepumpe auch bei 20 Grad unter Null noch Heizenergie entziehen. Großer Pluspunkt: die einfache Installation. Die Geräte lassen sich außen oder innen aufstellen. Umfangreiche Erdarbeiten oder Brunnenbohrungen entfallen.

Wärmequelle Luft
Außenluft-Wärmepumpen sind platzsparend und vergleichsweise leicht zu installieren. Foto: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

 

Wasser als Wärmequelle: Grundwasser hält selbst an den kältesten Wintertagen eine Temperatur von mindestens sieben Grad. Wichtig: Klären Sie im Vorfeld, ob genügend Grundwasser zur Verfügung steht. Das kann Ihnen in der Regel das zuständige Wasserwirtschaftsamt sagen. Für die Nutzung müssen ein Saugbrunnen und ein Schluckbrunnen gebaut werden: Das Wasser wird erst an die Oberfläche gepumpt und anschließend wieder ins unterirdische Reservoir zurückgeleitet.

Wärme aus Wasser
Für eine Grundwasser-Wärmepumpe müssen Bohrungen gemacht werden. Foto: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

 

Erde als Wärmequelle: Über Kollektoren, eine Sonde oder einen Eisspeicher (eine unterirdische Zisterne) kann dem Erdreich Energie entzogen werden. Wichtig zu wissen: Für die waagerechten Kollektoren benötigen Sie ein ausreichend großes Grundstück. Weniger Platz braucht die vertikale Sonde. Sie wird mit einem Bohrgerät bis zu 100 Meter tief ins Erdreich gesetzt, der Durchmesser des Bohrlochs ist nicht größer als der einer CD. Die Leistung der Sonde hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab. Hierzulande bedarf eine solche Anlage der Genehmigung durch die Wasserbehörde.

Wärme aus Erde_1
Erdwärmesonden werden bis zu 100 Meter tief in die Erde gelassen. Foto: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

 

Günstige Stromtarife für Wärmepumpen

Im Prinzip kann eine Wärmepumpe eine konventionelle Heizung komplett ersetzen – vor allem wenn sie mit einer Flächenheizung, also einer Fußboden- oder Wandheizung, kombiniert wird. Hier liegt die Vorlauftemperatur bei durchschnittlich rund 30 Grad: Da die Wärme auf einer großen Fläche abstrahlt, ist keine größere Heizleistung erforderlich. Auch für die Warmwasseraufbereitung ist eine Wärmepumpe völlig ausreichend. Die Energieversorger bieten außerdem für Wärmepumpen verbilligten Strom an – der kann ca. 30 Prozent günstiger sein als der normale Haushaltstarif.

Bekomme ich Fördergelder vom Staat?

Wer seine Heizungsanlage auf Erneuerbare Energien umstellt, wird vom Staat belohnt. Für Wärmepumpen gibt es unterschiedliche Fördermodelle: Zuschüsse oder Finanzierungshilfen in Form von zinsgünstigen Krediten. Letztere müssen zwar zurückgezahlt werden – jedoch nicht in vollem Umfang, wenn der Kredit für die Wärmepumpenförderung einen Tilgungszuschuss erhält. Gefördert werden Wärmepumpen fast jeder Leistungsklasse. Mit dem Förderrechner vom Bundesverband Wärmepumpe e. V. können Sie herausfinden, welche Förderung Sie bekommen können.