Keller dämmen Nur so wird die Sache wirklich rund

Dämmung einer Kellerdecke
Ist die Kellerdecke aus Beton können die Dämmplatten direkt angebracht werden. Ideal sind 12 Zentimeter Dämmung. Foto: Rockwool

Egal ob Sie den Keller zum Wohnraum ausbauen wollen oder nicht: Eine Dämmung muss her. Sonst kriecht die Kälte von unten hoch ins Erdgeschoss. Das sorgt für kalte Füße und kann auf Dauer die Gesundheit beeinträchtigen.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) stellt konkrete Anforderungen an die Dämmung von Kellerdecken und -wänden bei Altbauten. Es gilt ein maximaler U-Wert (Wärmedurchlässigkeit) von 0,30 W/m²K. Ausnahmen: Die mögliche Höhe der Dämmung ist technisch begrenzt oder die entsprechenden Bauteile wurden – unter Einhaltung energiesparrechtlicher Vorschriften – nach dem 31. Dezember 1983 errichtet oder erneuert.

Feuchtigkeit checken

Vor Beginn der Dämmmaßnahmen sollten Sie den Keller einem Feuchtigkeitscheck unterziehen. Am besten räumen Sie erst einmal alles frei. Stoßen Sie auf feuchte Ecken, gilt es, die Ursache zu klären: Führen Wärmebrücken zu Kondenswasser? Sind Wasserleitungen undicht? Hat sich Salz in der Wand abgelagert, das Feuchtigkeit aus der Luft zieht? Drückt Bodenfeuchte oder Sickerwasser aufs Mauerwerk?

Die Checkliste in der Randspalte hilft Ihnen dabei, den Feuchtigkeitsschäden in Ihrem Keller auf den Grund zu gehen, um dann mit den richtigen Maßnahmen Abhilfe zu schaffen!

Decke dämmen

Ist der Keller unbeheizt und wird nicht als Wohnraum genutzt, so dürfte es genügen, die Kellerdecke zu dämmen. Das lohnt sich auf jeden Fall: Auf diese Weise lassen sich jährlich 5 bis 10 Prozent der Heizkosten einsparen. Noch mehr spart, wer die Dämmung selbst vornimmt. Da die Dämmplatten einfach zu montieren sind, ist der Selbsteinbau problemlos möglich.In unserem Modernisierungsrechner finden Sie ein paar Preisbeispiele für die Materialkosten.

Das Dämmmaterial sollte mindestens 8 Zentimeter dick sein. Jeder zusätzliche Zentimeter bringt einen besseren Wärmeschutz bei nur geringen zusätzlichen Materialkosten. Es bieten sich verschiedene Dämmsysteme an. Eignet sich die Decke zum Beispiel nicht für eine Verklebung, gibt es auch Dämmplatten, die verdübelt oder verschraubt werden. Wer Wert auf eine einheitliche Optik legt, kann die gedämmte Kellerdecke streichen, mit Gipsbauplatten verkleiden oder er verwendet Dämmplatten mit Farbbeschichtung.

Idealerweise dämmen Sie nicht nur die Kellerdecke, sondern ziehen die Dämmung 50 Zentimeter an den Wänden nach unten, sodass keine Wärmebrücken entstehen. Damit künftige Umbauten nicht erschwert werden, ist es außerdem sinnvoll, den Verlauf von Rohren und Leitungen genau zu vermessen und am besten auch zu fotografieren.

Wände dämmen

Soll der Keller als zusätzlicher Wohnraum dienen, ist eine Dämmung der Kellerwände und des Kellerbodens ratsam. Die Dämmung der Wände kann sowohl von außen als auch von innen erfolgen. Eine Außendämmung ist zwar effektiver, allerdings auch teurer, da sie mit einem erheblich größeren baulichen Aufwand verbunden ist.

Zur Innendämmung eignen sich zum Beispiel sogenannte schlanke Dämmungen mit leicht zu verarbeitenden Verbundplatten. Diese bestehen aus Polyurethan, das mit einer Schicht Gipskarton versehen ist, oder auch aus Kalziumsilikat.

Selbst wenn sich die Innendämmung leicht anhört, sollte sie unbedingt fachmännisch geplant und ausgeführt werden. Denn die Dämmung muss luftdicht sein, sodass keine feuchtwarme Luft aus dem Raum hinter die Dämmschicht gerät und an der kalten Kellerwand kondensiert.

Boden dämmen

Bei der Dämmung des Bodens kommt es zunächst darauf an, ob bereits eine Bodenplatte verlegt ist. Gegebenenfalls kann diese nachträglich eingebaut werden. Dabei ist darauf zu achten, Bodenqualität und Setzungsgefahr zu checken. Auch sind die bestehenden Fundamente hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit zu prüfen.

Auch die bauphysikalischen Konsequenzen für den Keller müssen untersucht werden: Schafft die Bodenversiegelung durch die Bodenplatte ein anderes Raumklima im Keller? Das hätte dann nämlich entsprechende Auswirkungen auf die Feuchtigkeitsbildung.

Ist eine Bodenplatte vorhanden, aber nicht gedämmt, wäre eine Dämmung unterhalb der Bodenplatte unverhältnismäßig aufwendig. Für die Innendämmung eignet sich eine begehbare Dämmlage (zum Beispiel Styroporplatten mit Pressspanauflage) oder eine Dämmlage unter Estrich oder Trockenestrich.

Bei der Innendämmung kann es notwendig sein, Türen und Zargen anzupassen, da sich die Aufbauhöhe des Kellerbodens ändert. Auch Lichtschalter und Steckdosen „rutschen“ durch die Bodenerhöhung nach unten. Und die Raumhöhe kann unter das von der Landesbauordnung geforderte Maß fallen (siehe Keller ausbauen).

Staatliche Förderung nutzen

Auch die Dämmung des Kellers wird über Programme der staatlichen KfW Bankengruppe gefördert, mit Krediten (KfW-Programm 151/152) und Zuschüssen (KfW-Programm 430). Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag „Förderung nutzen“.