Haus & Wohnung schützen Mit Sicherheitstechnik gegen Einbrecher

Ein hell erleuchtetes Haus bei Dunkelheit
Hell erleuchtete Häuser und Grundstücke nehmen Einbrechern den Schutz der Dunkelheit. Foto: Steinel

Einbrecher sind vor allem in der dunklen Jahreszeit unterwegs. Zum Glück gibt es wirksame Maßnahmen für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden. Denn nachweislich scheitern über 40 Prozent der Täter an zeitgemäßer Technik für typische Schwachstellen wie Fenstern und Türen.

Einbrecher mögen den Winter – und Großstädte. Am häufigsten wird in Berlin, Hamburg, Bremen, Köln und Dortmund eingebrochen. Unter den Bundesländern verzeichnete im vergangenen Jahr Bayern mit 28 Prozent den höchsten Anstieg. Zwei weitere interessante Fakten: Viele Diebe suchen sich einen Tatort in Autobahnnähe, da sie so schneller und einfacher fliehen können. Und laut Polizeipräsidium Köln mehren sich die Einbrüche vor allem an Freitagen und Samstagen – zwischen 14 und 20 Uhr.

„Einbrechern wird es in Deutschland noch zu leicht gemacht“, sagt Jörg von Fürstenwerth vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Dies liegt unter anderem daran, dass die in Fenster und Türen eingebaute Sicherungstechnik oft nicht mehr auf dem neuesten Stand ist.“

Überschaubare Investitionskosten

Dabei sind die Kosten für entsprechende Maßnahmen relativ gering – vor allem im Hinblick auf die Folgen. Materielle Dinge lassen sich ersetzen, aber für viele Einbruchsopfer tritt der Sachschaden in den Hintergrund. Sie fühlen sich nach der Tat oft noch lange Zeit unsicher, leiden unter Angst, Schlafstörungen und Anspannung. Laut GDV würden am liebsten 25 Prozent der Betroffenen nach einem Einbruch ihren Wohnort wechseln – und etwa zehn Prozent tun dies auch. Das verloren gegangene Gefühl von Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden kann keine Versicherung ersetzen. Und auch nicht die Verletzung, die entsteht, wenn ein Fremder persönliche Sachen durchwühlt.

Laut Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir“ kostet die Zusatzausstattung für eine Verbesserung der Sicherheit eines Einfamilienhauses je nach dessen Größe im Schnitt zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Dazu gehören eine einbruchhemmende Haustür inklusive eines Schließzylinders mit Schlüsselkarte und einbruchhemmende Fenster mit Pilzkopfbeschlägen im Erdgeschoss. Weitere sinnvolle Maßnahmen inklusive der Kosten können Sie der Grafik unten entnehmen. Tipp: Das Bayerische Landeskriminalamt gibt Herstellerverzeichnisse zu geprüften und zertifizierten einbruchhemmenden Produkten heraus. Die Listen enthalten Firmenanschriften und Widerstandsklassen der einzelnen Produkte.

Einbruchschutzmaßnahmen kombinieren

Maßnahmen zum Einbruchschutz lassen sich übrigens hervorragend mit einer weiteren Modernisierung verbinden. Wer zum Beispiel nicht nur auf die einbruchhemmenden Eigenschaften seiner Fenster achtet, sondern auch auf die Wärmedämmung, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn so schützt man sich nicht nur vor Einbrechern, sondern auch vor zu hohen Energiekosten. Entsprechende Vorhaben unterstützt die staatliche KfW-Bankengruppe mit günstigen Krediten und Investitionszuschüssen.

Generell unterstützt die KfW Maßnahmen zur Einbruchprävention mit Zuschüssen zwischen 200 und 1.500 Euro – je nach Höhe der Investitionskosten. Diese müssen für alle Maßnahmen mindestens 200 Euro betragen. Wer Investitionen in moderne Sicherheitstechnik mit einem altersgerechten Umbau verbindet, bekommt – je nach Höhe der Investitionskosten – sogar Zuschüsse bis zu 6.250 Euro.

Unterstützt werden zum Beispiel folgende Einbauten:

  • Nachrüstungssysteme für Fenster (z. B. Pilzkopfverriegelungen)
  • einbruchhemmende Gitter und Rollläden
  • Türspione.

Ein wichtiger Hinweis: Die verfügbaren Fördermittel können bei hoher Nachfrage im Laufe eines Jahres irgendwann aufgebraucht sein. Für 2017 sind aktuell Mittel verfügbar.

Mehr zu den Fördermöglichkeiten durch die KfW-Bankengruppe erfahren Sie im Beitrag “Jetzt Extra-Geld vom Staat kassieren”.

Für den Ernstfall

Bei aller modernen Technik: Einen hundertprozentigen Schutz gegen Einbruch gibt es nicht – leider. Im Fall der Fälle ist es wichtig, sich nach dem ersten Schock zu beruhigen und umgehend die Polizei zu rufen. Diese inspiziert zunächst den Tatort und sichert Spuren.

Zudem sollte man umgehend die Versicherung benachrichtigen. Ein Schadensregulierer kommt dann nach Hause und prüft, was alles entwendet wurde, und ermittelt die Versicherungssumme.

Reparaturen etwa an beschädigten Terrassentüren sollten immer von einem Profi durchgeführt werden. Gut zu wissen: Wenn die Montagearbeiten von einer Fachfirma ausgeführt werden, können die anfallenden Kosten bis zu 6.000 Euro steuerlich geltend gemacht werden – und zwar zu 20 Prozent.