Fakten-Check 7 Modernisierungsmythen

Modernisierungsmythen
Über Modernisierungsthemen kursiert viel Halbwissen. Wir klären auf. Fotos: iStockphoto/hoozone

Stimmt’s oder stimmt’s nicht? Über den ökologischen und ökonomischen Nutzen mancher Modernisierungsmaßnahmen existieren viele Gerüchte. Wir haben sieben der häufigsten auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht.

1. Neue Fenster verursachen Schimmel

Stimmt so nicht! Zwar klagen manche Hausbesitzer nach dem Einbau neuer Fenster über Probleme mit Schimmel. Aber: Schuld an dem Befall sind nicht die Fenster, sondern das Lüftungsverhalten. Wer seine Fenster austauscht, muss sein Lüftungsverhalten anpassen. Denn heutige Isolierfenster sind im Gegensatz zu früher fast vollkommen luftdicht. Damit die Feuchtigkeit aus der Raumluft abziehen und durch trockene Frischluft ersetzt werden kann, muss viel häufiger gelüftet werden. Der beste Schutz vor Schimmel ist mehrmals tägliches Stoßlüften.

2. Modernisierer haben Anspruch auf staatliche Förderung

Stimmt nicht immer! In der Tat gibt es für viele Maßnahmen zum Beispiel zur energetischen Sanierung zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse, etwa über die staatliche KfW Bankengruppe. Um einen Anspruch auf Förderung zu haben, müssen Ihre Maßnahmen aber die Bedingungen der einzelnen Förderprogramme erfüllen. Wichtig zu wissen: Die Bedingungen können sich kurzfristig ändern. Die Fördermittel des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) für Erneuerbare Energien werden im Nachhinein vergeben. Ist der Fördertopf zum Zeitpunkt des Antrags bereits leer, bekommt man nichts. Wer Fördermittel nutzen möchte, sollte sich also vorab informieren statt einfach loszulegen.

3. Energetische Sanierungen rentieren sich nicht

Stimmt in der Regel nicht! Natürlich kostet die Modernisierung, doch die meisten Maßnahmen amortisieren sich irgendwann – manche schneller, andere erst nach zehn oder 20 Jahren. In jedem Fall macht eine fachgerecht durchgeführte Sanierung unabhängiger von künftigen Energiepreissteigerungen. Außerdem stehen viele Modernisierungen früher oder später ohnehin an. Und in vielen Fällen können staatliche Fördermittel dafür sorgen, dass die Modernisierung weniger kostet als gedacht.

4. Dämmstoffe verbrauchen mehr Energie als sie einsparen

Stimmt nicht! Untersuchungen haben gezeigt, dass die Herstellung von Dämmstoffen inklusive Transport, Montage und Entsorgung nicht mehr Energie verbraucht, als später eingespart wird. Die Investitionen werden wieder hereingeholt – und sparen darüber hinaus viel Energie. Selbst bei energieintensiven Materialien mit hohen Dämmstoffstärken wie Polystyrol amortisiert sich die nötige Herstellungsenergie schon nach drei Heizperioden. Und eine Dämmung kann durchaus 40 bis 50 Jahre halten.

5. Solarstrom lohnt sich richtig

Stimmt nur bedingt! Gerade Neueinsteiger beim Thema Photovoltaik sollten genau rechnen. Die Einspeisevergütung ist seit 2014 stark gesunken auf derzeit 8,5 bis 12,3 Cent je eingespeister Kilowattstunde – je nach Größe der Anlage. Es lohnt sich daher heute eher, den Strom selbst zu verbrauchen, als ihn ins Netz einzuspeisen und später vom Stromanbieter für fast 30 Cent neu einzukaufen. Man sollte also für einen hohen Eigenverbrauch sorgen. Gegebenenfalls lohnt sich auch die Investition in einen Speicher.

6. Dreifachverglasung macht Fenster dreimal so dicht wie Einfachverglasung

Stimmt nicht – sie sind viel besser! Sie isolieren sogar ungefähr zwölfmal so gut. Das belegt der Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt. Er ist ein praktisches Maß für die Wärmedurchlässigkeit eines Bauteils: je geringer der U-Wert, desto geringer der Wärmeverlust. Allerdings: Für den U-Wert eines Fensters kommt es nicht nur auf die Verglasung an. Auch über den Rahmen kann eine Menge Wärme verlorengehen.

7. Erneuerbare Energien sind gut fürs Gewissen, aber nicht für den Geldbeutel

Stimmt zum Teil! Natürlich kostet die Umrüstung auf regenerative Energien erst mal Geld. Aber Berechnungen zeigen, dass sich etwa eine Pelletheizung nach fünf bis zehn Jahren, eine Solarthermieanlage nach 15 bis 20 Jahren und eine Wärmepumpe nach rund zehn Jahren amortisiert hat. Sicher ist jedenfalls, dass mit einer guten Dämmung und dem Einsatz regenerativer Heizsysteme auf lange Sicht der Energieverbrauch erheblich gesenkt wird. Das spart Geld – und nutzt auch der Umwelt.