Heizung modernisieren Wärme aus der Wand

Paar sitzt im Wohnzimmer mit Wandheizung
Wandheizung für ein behagliches Zuhause. Foto: Uponor GmbH

Hypokaustum – das ist lateinisch und bedeutet „von unten beheizt“. So nannten die Römer ihre geniale Technik, Fußböden und Wände mit Heißluft zu beheizen. Heute feiert die Flächenheizung mit ihrer angenehmen Strahlungswärme ein Comeback. Statt von Holzöfen wie in der Antike kommt die Energie heute aber aus anderen Quellen – häufig von nachhaltigen Erzeugern wie Wärmepumpen oder Solaranlagen.

Aber warum ausgerechnet auf eine Wandheizung setzen? Schließlich sind warme Füße, wie sie eine Fußbodenheizung zaubert, auch eine feine Sache! Ein Vorteil von Wandheizungen: Sie liefert mehr Strahlungswärme, denn der menschliche Körper bietet der Wand mehr Fläche als dem Boden. Und: Wandheizungen reagieren schneller auf Temperaturschwankungen. Wenn also im Winter doch mal die Sonne herauskommt und den Raum erwärmt, reduziert die Wandheizung ihre Power.

Wer trotzdem nicht auf warme Fußsohlen verzichten möchte, kann Wand- und Fußbodenheizung auch kombinieren. Wichtig: Nicht alle Bodenbeläge eignen sich für eine Flächenheizung. Vorher also unbedingt mit einem Fachmann sprechen!

Viel hilft viel?

Das trifft auf Wandheizungen nicht so ganz zu. Denn sie kommt schon mit einer geringen Vorlauftemperatur von etwa 30 Grad aus, da sie durch die große Heizfläche besonders viel Wärme abstrahlt. Daher lassen sich Räume auch bei niedrigen Heiztemperaturen angenehm aufwärmen. Häufig lässt sich die Raumtemperatur sogar etwas absenken, ohne dass dies als Wärmeverlust empfunden wird – so können Sie Ihre Heizkosten reduzieren.

Angenehmes Raumklima

Die konstante Strahlungswärme sorgt für ein besonders angenehmes Raumklima – schließlich verhindert sie größere Temperaturgefälle und minimiert so Luftzug und Staubwirbel. Wer also mit Hausstauballergien zu kämpfen hat, ist mit einer Wandheizung gut bedient! Und: Wer mit den eigenen vier Wänden heizt, muss keine Heizkörper mehr im Innenraum aufstellen – so bleibt mehr Platz für Möbel und Co. Allerdings sollten Sie sich vorher gut überlegen, an welchen Wandflächen Sie das Heizsystem installieren möchten, denn die Heizfläche darf nicht mit sperrigen Möbelstücken zugestellt werden. Außerdem muss man beim Einschlagen von Nägeln und beim Bohren darauf achten, die Leitungen nicht zu beschädigen.

Wie Sie Ihren Heizflächenbedarf ermitteln

Möchten Sie Ihr Heizungssystem durch eine Wandheizung ersetzen, sollten Sie etwa 20 bis 35 Prozent der Wohnfläche für die Wandheizungfläche einplanen. Den genauen Bedarf muss aber ein Fachmann vor Ort ermitteln. Denn außer der Wohnfläche bestimmen auch Gebäudeart, Bauweise und Heizsystem den Heizflächenbedarf.

Nähere Informationen zum Thema gibt’s beim Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V..

Welche Systeme es gibt

Die Wärme aus der Wand gibt’s als wasserführendes System mit Kunststoff-, Metallverbund- oder Kupferleitungen. Auch die Installation mit elektronischen Heizstäben ist möglich. Aber Achtung: Elektro-Heizungen haben einen hohen Stromverbrauch und sind somit im Unterhalt kostspielig. Experten empfehlen diese Variante deshalb nur für kleine Flächen, etwa für den nachträglichen Einbau einer Badsanierung. Ist die Entscheidung für eine Heizart gefallen, bleibt noch die Frage des Bausystems:

  • Trockenbau: bei Trockenbausystemen werden fertige Lehm- oder Kunststoffplatten mit integrierten Heizleitungen eingebaut. Anschließend überspachtelt man sie mit einem wärmeleitenden Putz. Der Vorteil dieser Technik liegt auf der Hand: Die Trocknungszeit ist kurz und so kann die Heizung schnell in Betrieb genommen werden.
  • Nasstechnik: Die Heizleitungen werden hier in der Regel mit Lehm- oder Kalkputzen verarbeitet. Die Materialien haben eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit und Feuchtigkeit regulierende Eigenschaften. Der Vorteil der Nasstechnik: Auch kleinteilige Wandabschnitte lassen sich individuell mit dem Heizsystem ausstatten.

Clever finanzieren

Wussten Sie, dass der Staat Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien fördert? Kombinieren Sie Ihre Wandheizung etwa mit einer Wärmepumpe, können Sie sich attraktive Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA sichern. Auch ein Förderkredit der KfW-Bankengruppe ist möglich. Wichtig: Für effizientes Heizen ist eine ausreichende Wärmedämmung unverzichtbar – sonst droht die Wärme nach außen abzustrahlen. Am besten lassen Sie also Ihre Dämmung einmal vom Fachmann überprüfen.