Ziegel, Dielen und Mauersteine vergangener Jahrhunderte lassen sich auch heute noch bestens verbauen. Sie sind hochwertig, umweltfreundlich und oft besonders attraktiv.

Alte Häuser sind Zeugen der Jahrhunderte. Unter ihren Dächern haben viele Generationen gelebt, und knarrende Dielen erzählen Geschichten. Gebäude mit Vergangenheit haben einen sehr besonderen Charme, und der liegt nicht zuletzt in den deutlichen Gebrauchsspuren und der Unregelmäßigkeit historischer Baustoffe. Dicke Holztüren mit gusseisernen Beschlägen, grobe Ziegelwände und wettergegerbtes Fachwerk lassen noch heute sehr schön ahnen, wie gestern und vorgestern gewohnt wurde. Dabei muss es gar nicht immer das Originalhaus sein – schon das, was davon übrig blieb, kann in Neubauten für historische Atmosphäre sorgen: Die Mehrfachverwertung antiker Materialien wird immer beliebter.

Tradition und Qualität

Als historischer Baustoff gilt, was aus vor- oder frühindustrieller Produktion stammt und bei Abbrüchen geborgen wurde. Bei solchen „Rückbauten“ werden nicht nur alte Fenster, Türen und Treppen gerettet, sondern auch sogenannte Massenbaustoffe wie Ziegel, Backsteine, Holz und Fliesen. Für die betagten Materialien spricht nicht nur die gefühlte Tradition, sondern auch eine besonders gute Verarbeitung. Sie sind funktional und praktisch und daher gut zu reparieren, erklärt Rainer W. Leonhardt, Händler und Sachverständiger für historische Baustoffe. Außerdem kann man sie meist problemlos recyceln, sie entlasten die

Rohstoffproduktion und sie sind äußerst stabil und daher selbst sehr lange Zeit nach der Erstnutzung einsetzbar – für Restaurierungen alter Häuser oder als besondere Note bei Neubauten.

Experten fragen

Seit den 1970er Jahren hat sich ein beachtlicher Markt für alte Fliesen, Dielen und Ziegel entwickelt. Achtung: Wie bei allen „Antiquitäten“ ist minderwertige und gefälschte Ware im Umlauf. Wenn das angebotene Material etwa in Ställen oder Werkstätten verbaut war, besteht die Gefahr einer Kontaminierung. Fragen Sie in jedem Fall einen spezialisierten Händler oder Architekten. Die Experten können seriöse Händler empfehlen, die die Herkunft ihrer Waren kennen und für die Qualität bürgen. Vor allem, wenn die Baustoffe statische Aufgaben zu erfüllen haben, ist Fachwissen gefragt.

Die richtige Mischung

Ein Mix aus Alt und Neu ist zwar oft sehr schön, es kann aber zu Unverträglichkeiten kommen. So geben z.B. moderne Ytong-Steine Feuchtigkeit ab, die umliegendes Fachwerk faulen lassen würde. Bei der Planung sollten Sie auch berücksichtigen, dass historische Materialien nicht den heutigen Standardmaßen entsprechen und meist nicht in Serie vorhanden sind. Einen seriösen Händler erkennen Sie übrigens auch daran, dass er Sie auf solche möglichen Schwierigkeiten beim Verbauen hinweist.

Mehr Infos unter www.historische-baustoffe.de