Nachhaltigkeit ist nicht das einzige Argument, das für das Baumaterial Holz spricht. Es ist auch sehr belastbar, spart Energie und verbessert das Raumklima.

Holz ist der älteste Werkstoff der Menschheit – und noch immer ganz aktuell: Ob Möbel, Fußböden oder Innenausbau – der nachwachsende Rohstoff erfreut sich großer Beliebtheit.

Und auch beim Hausbau ist Holz im 21. Jahrhundert alles andere als ein Nischenprodukt: Rund 16 Prozent der hier- zulande errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser werden laut Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) in Holzbauweise gefertigt. Vor allem im Süden der Republik setzen Bauherren auf dieses Material. In Baden-Württemberg etwa sind rund ein Viertel aller neu genehmigten Wohngebäude Holzhäuser.

Die Lust auf Holz hat gute Gründe. Denn es ist nicht nur ein Stück Natur, sondern hat auch viele Eigenschaften, die es zu einem idealen Baumaterial machen.

Lastenträger

Holz verfügt über eine sehr hohe Festigkeit und ist gleichzeitig äußerst belastbar – bei einem geringeren Eigengewicht als die meisten anderen Baustoffe. Das lässt sich mithilfe der Reißlänge wissenschaftlich belegen. Diese gibt an, wie lang ein Stab sein kann, bevor er frei aufgehängt durch sein eigenes Gewicht auseinanderbricht. Laut BDF reißt bei einem definierten Profil ein Holzstab bei 15.000 Meter Länge, ein vergleichbarer Stab aus Stahl bereits bei 4.700 Metern. Deshalb ist Holz ideal zum Überspannen großer Zwischenräume und bietet dem Bauherrn zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten – inklusive großzügiger Raumkonzepte.

Ob „uriges“, rustikales Flair oder moderne, urbane Ausstrahlung – der Fantasie sind im Holzbau kaum Grenzen gesetzt.

Wärmespeicher

Holz besitzt hervorragende Wärmedämmeigenschaften. Der Grund: Die Zellen innerhalb des Materials sind mit Luft gefüllt sind. Das sorgt dafür, dass Wärme nur sehr schlecht weitergeleitet, gleichzeitig aber gut gespeichert wird. In der warmen Jahreszeit schützt Holz vor Überhitzung durch die Sonne, in der kalten Jahreszeit hält es die Wärme in den Räumen. Laut BDF können die Dämmeigenschaften eines 2,5 Zentimeter starken Holzbretts mit denen einer 11,4 Zentimeter starken Ziegelwand mithalten. Eine Holzdämmung sorgt also im Sommer für angenehme Raumtemperaturen – und senkt im Winter die Heizkosten.

Klimaspender

Holz hat einen positiven Einfluss auf das Raumklima. Denn es verfügt über die praktische Eigenschaft, eigenständig die Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen des Hauses zu regulieren. Der Baustoff kann nicht nur recht viel überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen, sondern sie an trockenen Tagen auch schnell wieder abgeben. Damit wird für ein angenehm konstantes Raumklima gesorgt. Und brennende Augen oder spröde Lippen wegen zu trockener Raumluft können ebenso vermieden werden wie die Schimmelbildung aufgrund zu hoher Feuchtigkeit.