Steht eine Badrenovierung an? Dann ist dies eine gute Gelegenheit, das Badezimmer so zu gestalten, dass es auch für spätere Lebensabschnitte passt.

Laut einer Umfrage der BHW wollen mehr als 90 Prozent der über 50-jährigen Deutschen bis ins hohe Alter in ihrem jetzigen Umfeld leben. Doch damit dies gelingt, muss die Wohnung oder das Haus auch bei veränderten Lebensbedürfnissen noch passen. Vor allem das Badezimmer erweist sich aber nicht selten als unüberbrückbare Barriere, wenn im Alter die Mobilität eingeschränkt ist.

Die Planung eines barrierefreien Bads berücksichtigt deshalb bereits den Zugang: Schwellen oder Stufen sind tabu. Auch die Verbreiterung der Tür auf 90 Zentimeter für die einfache Erreichbarkeit des Raumes mit Gehwagen oder Rollstuhl kann das Leben später einmal erleichtern. Auf Nummer sicher geht zudem, wer die Tür so montieren lässt, dass sie nach außen aufschlägt.

Mehr Bewegungsfreiheit

Eine kleine Nasszelle lässt sich nur schwer in ein barrierefreies Bad umbauen. Der Grund leuchtet ein: Sollen alle Sanitärobjekte auch mit einem Gehwagen oder einem Rollstuhl wirklich gut erreichbar sein, ist eine Mindest-Bewegungsfläche von 120 cm x 120 cm bzw. 150 cm mal 150 cm vor WC, Waschtisch und Dusche nötig.

Entscheidend für den Badkomfort im Alter ist auch die Ausstattung: So sollte die Dusche ebenfalls einen stufenlosen Zugang haben. Der lässt sich mit durchgehender Verfliesung machen oder auch durch eine flache, plan in den Boden eingelassene Duschwanne.

Wichtig: Zwecks Bewegungsfreiheit auch hier einen entsprechend großen Duschbereich einplanen. Zudem muss der Boden rutschsicher sein – empfehlenswert sind daher Duschwannen mit angerauter Oberfläche.

Im Fachhandel gibt es auch Spezialfliesen mit mikrorauer Oberfläche. Auch Badewannen können barrierefrei sein. Wählen Sie einfach ein Modell mit rutschsicherer Innenauskleidung. Eingearbeitete Kopf- und Körperstützen erhöhen den Komfort zusätzlich – und das nicht nur im Alter. Im Idealfall lassen sich später ein Wannenlift oder andere Hilfen montieren, die das selbstständige Ein- und Aussteigen auch bei eingeschränkter Beweglichkeit ermöglichen.

Höhenverstellbare Waschbecken

Ein flacher und ergonomisch geformter Waschtisch ist nicht nur ein besonderer Blickfang, sondern bringt auch viel fürs barrierefreie Wohnen, er bietet nämlich so viel Beinfreiheit, dass er sich auch prima im Sitzen nutzen lässt. Vor allem wenn mehrere Personen das Bad benutzen, sollte das Waschbecken sich in der Höhe regulieren lassen. Bei der Wahl der Armaturen haben sich vor allem Einhebelmischer mit Temperaturbegrenzer bewährt.

Haben Sie Ihr Badezimmer auf diese Weise barrierefrei gestaltet, können Sie später, wenn die Mobilität nachlässt, gezielt weitere „Hilfestellungen“ installieren, zum Beispiel Haltegriffe an der Wanne und neben dem WC und eine Sitzbank in der Dusche. Wichtig: Wände und Decken sollten so konstruiert sein, dass alle nötigen Halte- und Stützhilfen sicher und stabil befestigt werden können.