Keine Frage: Spektakulärer als mit einer Spindeltreppe können Sie kaum nach oben kommen. Doch was hat die elegant gedrehte Aufstiegsvariante noch zu bieten? Und für welche Raumgegebenheiten ist sie besonders geeignet?

Ihre komplette Drehung macht schon mächtig Eindruck – besonders, wenn die 360-Grad-Treppe von allen Seiten einsehbar ist und die Stufen sich elegant um die eigene Achse schrauben. Architekten lieben die ästhetisch so reizvollen „Spiralen“, besonders als Zugang zu einer offenen Galerie oder als schmückende „Füllung“ bei großzügig bemessenen Treppenlochöffnungen. Doch die vollendet gewendelte Stiege ist nicht nur für große Auftritte geeignet. Kaum eine andere Lösung ist baulich so flexibel einsetzbar. Spindeltreppen passen sich problemlos an alle architektonischen Gegebenheiten an. Das gilt für alle Teile der Konstruktion: für die obere Austrittebene (das sogenannte Podest) ebenso wie für die Drehung und die Steigungshöhe.

Der Rechts-Dreh

Trotz aller gestalterischen Möglichkeiten sind selbstverständlich die baurechtlichen Vorschriften zu beachten – vor allem, wenn die Spindeltreppe als einziger Zugang zur nächsten Wohnetage genutzt wird. Denn dann ist sie laut Bauvorschrift eine „notwendige Treppe“ und muss eine nutzbare Laufbreite von mindestens 80 Zentimetern vorweisen – unabhängig von Konstruktion und Material. Aus diesen Vorgaben ergibt sich dann auch, welchen Innendurchmesser eine Spindeltreppe mindestens haben muss. Er errechnet sich ganz einfach: zweimal 80 Zentimeter Laufbreite plus Spindeldurchmesser.

Wenn die Spindeltreppe als zusätzlicher Zugang innerhalb des Wohnbereichs geplant ist, darf der Innendurchmesser auch kleiner ausfallen. Doch je enger die Spirale wird, desto schwieriger lassen sich die Stufen begehen – und desto herausfordernder wird der Versuch, größere Gegenstände wie etwa einen Schrank nach oben zu transportieren.

Gut gedreht

Ganz wichtig: Der Einbau einer Spindeltreppe gehört unbedingt in die Hände eines Fachmanns, denn wie für alle Wohnbautreppen gelten bestimmte Regeln und Normen. Und die Konstruktion einer Spindeltreppe ist besonders anspruchsvoll – den richtigen Dreh muss man erst mal hinkriegen. Als Erstes sollte der Experte festlegen, wie viel Platz die Treppe braucht. Spindeltreppen gehören nicht gerade zu den Treppenformen, die sich dünn machen: Während sich etwa mit einer halbgewendelten Treppe auf einer Fläche von 2 mal 2 Metern eine nutzbare Laufbreite von 90 Zentimetern realisieren lässt, erreicht man mit der „Spindel“ auf derselben Grundfläche nur eine Laufbreite von 80 Zentimetern.

Attraktiver Aufstieg

Welches Material Sie für Ihre Spindeltreppe auswählen, wird davon abhängen, wie Sie sich sonst eingerichtet haben. Warmes Holz, kühler Stahl, elegantes Glas: Die auffallend schöne Spirale sollte ins jeweilige Umfeld passen. Oder Sie nehmen eine – derzeit besonders angesagte – Kombination aus Holz, Glas und Stahl und halten sich so viele Gestaltungsmöglichkeiten offen. Schließlich wechselt man die Möbel meist häufiger als die Treppe.