Innen Holz, außen Aluminium: Mit dieser Materialkombination genügen Fenster nicht nur dem Passivhausstandard – sie sorgen auch für mehr Wohnkomfort.

Sie ist förmlich spürbar, die kalte Luft, die am Glas entlangkriecht und in Fensternähe für Gänsehaut sorgt – selbst dann, wenn die Heizung bereits auf Hochtouren läuft. An kühleren Tagen fallen alte Fenster besonders unangenehm auf. „Es zieht“, wie man dann sagt. Das liegt zum einen daran, dass der Fensterrahmen im Laufe der Jahre undicht geworden ist, zum anderen aber an der lange üblichen Einfachverglasung. Sie führt dazu, dass sich die Raumluft an der fragilen Barriere zwischen drinnen und draußen stark abkühlt und dann erneut aufgeheizt werden muss. Das kostet jede Menge Energie, denn die teure Heizwärme wird buchstäblich durchs Fenster hinausgeheizt. Und zwar gleich doppelt: erstens durch undichte Fensterfugen, zweitens durch die dünne Scheibe.

Energiesparen im Blick

So viel teure Energieverschwendung muss aber längst nicht mehr sein. Gerade im Bereich der Fenstertechnik hat – im Vergleich zu den Standards der 1960er- und 1970er-Jahre – geradezu ein Quantensprung stattgefunden. Mittlerweile gehört zum Beispiel das Dreifachglas, das zunächst nur im Passivhausbereich eingesetzt wurde, für viele Bauherren selbstverständlich in die Planung ihres Neubaus. Die rasante Entwicklung in diesem Bereich ist nicht zuletzt auf immer strengere Vorgaben der Energieeinsparverordnung zurückzuführen. So mussten bisher im Neubau oder bei Sanierungen Fenster mit einem Wärmedämmwert (U-Wert) von 1,3 W verbaut werden. Diese Vorgabe ist im Jahr 2011 weiter auf 0,9 W gesenkt worden.

Perfektes Duo

Die Technik ist inzwischen aber sogar schon weiter: Mit einer Drei- bzw. Vierscheibenverglasung können Bauherren oder Sanierer einen Wärmedämmwert von bis zu 0,5 erreichen. In Kombination mit einem Holz-Aluminium-Rahmen ist das derzeit konkurrenzlos energieeffizient: Die Verbundkonstruktion aus Holz und Aluminium gilt unter Experten als die derzeit

bestmögliche Lösung. Das Prinzip: Außen wird das Glas vom robusten Aluminium eingefasst, innen sorgt der Werkstoff Holz für Behaglichkeit. Durch die Aluminiumeinfassung entfällt zudem das Nachstreichen. Das Holz benötigt auch keinen UV-Schutz in Form färbender Pigmente; die Aluminiumschale schirmt ausreichend ab, bindet das Holz stabil und wetterfest ein und lässt ihm dennoch so viel Spielraum, dass Temperaturschwankungen ohne Probleme ausgeglichen werden.

Das rechnet sich

Wer sich für seinen Neubau oder bei einer Sanierung für höchst energieeffiziente Holz-Alu-Fenster entscheidet, muss dafür natürlich auch entsprechend tiefer in die Tasche greifen. Rechenbeispiel: Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verfügt etwa über 20 bis 25 Quadratmeter Fensterfläche. Für einen Quadratmeter neuer Fenster fallen bei Kunststoffrahmen rund 400 bis 450 Euro an. Für einen kompletten Fenstertausch müssen also mindestens 10.000 Euro investiert werden. Fällt die Wahl auf ein Holz-Alu-Fenster, erhöhen sich die Kosten um mindestens weitere 30 Prozent. Dennoch empfehlen Energieberater meist einen vollständigen Fenstertausch – bei den aktuell hohen (und tendenziell weiter steigenden) Energiepreisen lassen sich dadurch nach Berechnungen des Flachglas Markenkreises nämlich leicht 400 Euro und mehr an Heizkosten pro Jahr einsparen.

Eine einfache und schnelle Einschätzung der energetischen Einsparmöglichkeiten durch den Austausch von Fenstern für Bauherren ermöglicht auch die ift-App für Smartphones (einmalig 4,99 Euro) „Energie sparen mit Fenstern und Glas“. Grundlage der Berechnung sind die Erkenntnisse des Fensterinstituts ift Rosenheim (www.ift-rosenheim.de) sowie die geltenden Vorschriften und Normen.

Hinzu kommt der höhere Wohnkomfort: Hinter Fensterrahmen aus Holz und Aluminium mit mehrfach verglasten Scheiben dürfte das Frösteln am Fenster wohl endgültig der Vergangenheit angehören.