Weit mehr als die Hälfte aller Einbrüche erfolgt über Fenster und Fenstertüren. Machen Sie’s Langfingern schwer – mit den richtigen Sicherungsmaßnahmen.

Ein Fenster bietet Schutz vor Lärm und den Elementen – aber nicht automatisch vor Einbrechern. In den meisten Fällen reicht einfachstes Handwerkszeug wie ein Schraubenzieher zum Aufhebeln. Das nutzen Langfinger aus: In 26,5 Prozent der Fälle steigen sie durchs Fenster in Einfamilienhäuser ein, 52 Prozent gelangen durch Fenstertüren ins Hausinnere. Die gute Nachricht: Sind diese Angriffspunkte gut gesichert und halten dem Einbruchsversuch länger als fünf Minuten stand, geben die Täter ihr Vorhaben laut Kriminalstatistik meist auf und suchen anderswo leichtere Beute.

Das zeichnet sichere Fenster aus

Beim Neubau oder Austausch alter Fenster sollten Sie sich deshalb gleich für einbruchhemmende Modelle entscheiden (mindestens Widerstandsklasse/WK2). Optisch sind sie nicht von normalen Fenstern zu unterscheiden. Die Rahmen werden an verschiedenen Stellen im Mauerwerk verankert. Die innen liegenden Beschläge enthalten sogenannte Pilzkopfzapfen, deren T-Form guten Widerstand gegen das Aufhebeln leistet.

Zusätzlich ist die Verglasung durchwurf- oder sogar durchbruchhemmend.

Sicherheit nachrüsten

Neue Fenster sind aber kein Muss. Sicherheit lässt sich problemlos nachrüsten, zum Beispiel durch zusätzliche Verriegelungen. Wichtig dabei: Immer Griff- und Scharnierseite sichern! Auch stabile Beschläge mit Pilzkopfzapfen können meistens nachträglich eingebaut werden. Achten Sie auf vom Institut VdS (Vertrauen durch Sicherheit) anerkannte Produkte. Als Ergänzung kann es sinnvoll sein, die Glasflächen mit einer Sicherheitsfolie vor Durchbruch zu schützen. Gebäude im Landhausstil lassen sich mit Fenstergittern in Sprossenoptik „aufrüsten“. Eine Alarmanlage kann den Einbruch unter Umständen sogar verhindern: Von außen deutlich erkennbare Sicherungsmaßnahmen wirken nachweislich abschreckend auf Diebe.

Aber aufgepasst: Alle Sicherungsmaßnahmen funktionieren nur bei geschlossenem Fenster! Lassen Sie beim Verlassen des Hauses deshalb nie ein Fenster gekippt – sonst haben Einbrecher leichtes Spiel. Wer nicht jedes Mal vorm Ausgehen Lust auf einen Rundgang durchs Haus hat, kann den Fenster-Check einem Funkmeldesystem überlassen, das Ihnen auf einen Blick zeigt, welche Fenster geöffnet sind.

Einbruchschutz mit Schatteneffekt

Rollläden dienen tagsüber als Sonnen- und in den Abendstunden als Sichtschutz. Moderne motorisierte Rollläden leisten aber darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Einbruchschutz. Ein einbruchhemmender Rollladen besteht aus stabilem Material (Aluminium, Holz oder Stahl) und verfügt über einen zusätzlichen Schutzmechanismus: Hochfeste Hochschiebehemmer fixieren den Rollladenpanzer stabil an der Welle – sie halten einem Hochschiebedruck von mehr als 100 Kilogramm stand. Dadurch wird das Aufhebeln des Rollladens erheblich erschwert. Per Zeitschaltuhr oder Sonnensensor lässt sich das Herunterfahren automatisch regeln – so wirkt Ihr Haus auch in der Urlaubszeit „bewohnt“.