Wie versorge ich mein Haus mit Wärmeenergie? Vor dieser Frage steht jeder Bauherr – und jeder muss dafür eine eigene Antwort finden. Schließlich gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die auch die Vorlieben und Ansichten der Bewohner widerspiegeln.

„Uns war erneuerbare Energie sehr wichtig, um die Umwelt zu schonen, aber auch um auf lange Sicht damit Geld zu sparen“, sagt Monika Pollpeter. Um diese Ziele zu erreichen, hat die Familie Pollpeter im Garten ihres Neubaus in Bielefeld eine Erdwärmesonde installieren lassen. Mit ihrer Hilfe heizen die vier Familienmitglieder nun ihr Haus mit Energie, die aus 50 Metern Tiefe unter ihrem Grundstück kommt.

Funktionsweise der Erdwärmepumpe

Möglich macht das eine sogenannte Erdwärmepumpe. Sie funktioniert wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt. Angetrieben durch Strom, nutzt sie zur Erwärmung der Innenräume die ohnehin vorhandene Energie außerhalb des Hauses. Woher die Energie konkret kommt, ist unterschiedlich. Sie kann aus der Luft, dem Grundwasser oder aus dem Erdreich gewonnen werden.

Für die Erdwärmesonde der Pollpeters wurden lange Rohre in den Boden verlegt, durch die nun Wasser geleitet wird. Das Wasser erwärmt sich auf seinem Weg und wird schließlich in einem Behälter im Keller gespeichert. Die Wärmepumpe verdichtet daraufhin die Energie und verteilt schließlich die Wärme über die Fußbodenheizung im Haus.

Vor- und Nachteile

Der Vorteil der hier eingesetzten Variante: Der Wirkungsgrad bei der Energiegewinnung im Erdreich ist höher als bei den Luft- und Wassersystemen.

Ihr Nachteil: Ein Erdwärmesystem ist nicht an jedem Ort zu realisieren. Nicht überall darf derart tief gebohrt werden. Die Entscheidung darüber trifft die Untere Wasserbehörde der Kreise bzw. kreisfreien Städte. Und während die Kosten für eine Wärmepumpe im Neubau sich in vielen Fällen rentieren, kann es bei Bestandsimmobilien anders aussehen. So sind zum Beispiel die Bohrkosten bei einem Altbau in der Regel höher. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, ob es sich wirtschaftlich lohnt oder ob besser eine Luft-Wärmepumpe zum Einsatz kommen sollte.

Der Kostenfaktor

Was die Kosten angeht, sieht es in diesem Fall folgendermaßen aus: Dank der guten Wärmeisolierung ihres KfW-40-Hauses, aber natürlich auch mithilfe der Wärmepumpe müssen die Pollpeters für die Beheizung ihrer rund 180 Quadratmeter Wohnfläche nur circa 50 Euro im Monat an Kosten aufbringen. So viel kostet der Strom, den die Wärmepumpe im Betrieb verbraucht. Im Vergleich zu einem Gas-Brennwert-Gerät bedeutet das eine große Ersparnis, vor allem natürlich auf lange Sicht.

Mit einer Kombination aus guter Wärmedämmung und effizientem Heizsystem lässt sich also tatsächlich Geld sparen. Was aber ist mit dem Umweltschutz?  Zwar wird im Haus kein fossiler Brennstoff mehr verwendet. Richtig nachhaltig wird das Ganze aber erst dann, wenn der Strom, der zum Betrieb der Anlage nötig ist, auch aus regenerativen Energieträgern gewonnen wird.