Ihr Haus ist zu klein? Dann setzen Sie doch einfach eine Etage obendrauf. So steigen Wohnfläche und Wert – Garten und Grundsteuer aber bleiben gleich.

Manchmal ist ein Haus plötzlich zu klein – etwa wenn sich Nachwuchs angekündigt hat oder die pflegebedürftigen Eltern mit im Haus wohnen sollen. Eine schnelle und vergleichsweise günstige Lösung kann dann der Aufbau eines zusätzlichen Stockwerks sein.

Bevor es mit der Aufstockung losgeht, muss allerdings erst einmal Grundsätzliches geklärt werden. Lässt der Bebauungsplan ein weiteres Geschoss zu? Und wenn ja, in welcher Form? Am besten engagiert man schon für die Vorplanung einen Architekten oder anderen professionellen Planer, etwa von einem Fertigbauunternehmen.

Richtlinien beachten

Geben die Ämter ihr Okay, kann die Feinplanung beginnen. Entscheidend ist dabei die letztendliche Nutzung: Geht es zum Beispiel nur um zusätzliche Kinderzimmer, oder soll ein zweiter, separater Wohnbereich mit eigenem Zugang aufgestockt werden? Nicht zuletzt spielt dabei die Statik eine „tragende Rolle“. Sie entscheidet, was möglich ist und welche baulichen Eingriffe notwendig sind.

Nicht immer ist es erforderlich, das bestehende Dach abzutragen, um ein neues Geschoss aufzusetzen. Manchmal genügt es schon, den Kniestock zu erhöhen. Der Kniestock ist die Aufmauerung, auf der an der Längsseite des Hauses die Dachkonstruktion aufliegt. Dafür wird zunächst der Dachstuhl vom Haus abgetrennt und dann hydraulisch auf die benötigte Höhe angehoben. Nun können die bestehenden Wände aufgemauert werden. Am Ende wird das Dach einfach wieder „abgelegt“. Das Verfahren ist bis zu 35 Prozent günstiger als ein kompletter Dachab- und -aufbau.

Bei eher knappem Budget lohnt sich ein Aufbau in sogenannter Ständerbauweise
in Holz oder Stahl. Neben geringeren Kosten ist auch das vergleichsweise niedrigere Gewicht solcher Konstruktionen von Vorteil. Statische Probleme können so möglicherweise umgangen werden. Wer dazu noch die Innenwände in Trockenbauweise erstellt, kann oft auf zusätzliche Träger oder Stützpfeifer im Erdgeschoss verzichten.

So schnell entsteht eine neue Etage

Ein weiterer Vorteil: die kurze Bauzeit. Werden aus Holz vorgefertigte Bauteile verwendet, kann die Aufstockung schon in zwei Tagen fertiggestellt sein. Schnell sind die

alten Ziegel abgedeckt, ist der Dachstuhl in seine Bestandteile zerlegt und per Autokran Stück für Stück vom Dach gehoben. Die weitgehend vorgefertigten Bauteile können einfach mit dem bereit stehenden Kran direkt in die Hände der Hände der Handwerker gehoben und verbaut werden. Ebenfalls nur ein paar Tage werden benötigt, um das Dach zu decken, die Fenster ein – und den Innenraum auszubauen.

Soll Stein auf Stein gemauert werden, müssen die Bauherren unbedingt darauf achten, den gleichen Stein wie beim bisherigen Mauerwerk zu benutzen. Das hat nicht nur optische, sondern auch praktische Gründe. Denn unterschiedliches Ausdehnungsverhalten kann zu hässlichen und in der Sanierung kostspieligen Fassadenrissen führen.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt, wer im Rahmen der Aufstockung gleich noch energetische Maßnahmen ergreift. Neu verputzt werden muss ohnehin – da lohnt es unter Umständen, gleich das gesamte Mauerwerk mit einem Wärmedämmverbundsystem zu dämmen.

Meist viel günstiger als ein Neubau

Der „Anbau nach oben“ schafft nicht nur mehr Platz, er ist in der Regel auch günstiger als der Kauf eines neuen, größeren Hauses – vom Aufwand eines Umzugs mal ganz abgesehen. Wollte man den gleichen Zugewinn an Wohnfläche mit einem klassischen Anbau realisieren, müsste ein gutes Stück des geliebten Gartens hergegeben werden. Und: Der Bebauungsplan begrenzt viel häufiger die Erweiterung der bebauten Grundfläche als zum Beispiel die Aufstockung eines Bungalows. Und nicht zuletzt fällt bei einer größeren bebauten Grundfläche auch eine höhere Grundsteuer an. Auch hier liegt die Hausaufstockung also voll auf der Vorteilsseite.