Kaminkassetten verdreifachen den Wirkungsgrad offener Kamine, verbrauchen weniger Holz und machen das Feuer sicherer. Und das Beste: Sie lassen sich fast überall nachträglich einbauen.

Viele Besitzer offener Kamine ärgern sich über einen geringen Wirkungsgrad von nur 25 Prozent bei der Brennstoffausnutzung und über einen hohen Holzverbrauch. Dazu kommen lästiger Qualm durch schlechte Zugverhältnisse und die aufwendige Reinigung – und nicht zuletzt die Brandgefahr durch Funkenflug. Die Folge: Meistens bleibt die „Kiste” kalt.

Genehmigungspflicht beachten

Eine nachträglich eingebaute Kaminkassette ist die perfekte Lösung für alle, die ihrem Kamin wieder neues Leben einhauchen wollen. In der Regel lässt sich jede offene Feuerstelle nachrüsten. Vorab muss aber die Genehmigung vom Bezirksschornsteinfeger eingeholt werden. Der prüft die Beschaffenheit des Schornsteins und ob brennbare Materialien am Kamin einen Hinderungsgrund darstellen. Stolpersteine vor dem Einbau können früher häufig verbaute Holzbalken oberhalb der Brennraumöffnung oder verbaute Dachlatten unter der Kaminverkleidung sein.

Diese müssen durch eine nicht brennbare Metall-Unterkonstruktion ersetzt werden. Hintergrund ist die erhöhte Abgastemperatur, die bei einer Kaminkassette bis zu 330 °C betragen kann – ein Vielfaches von offenen Kaminen. Jetzt muss die gewählte Kaminkassette nur noch die Voraussetzung der Norm DIN EN 13229

(Kamineinsätze einschließlich offener Kamine für feste Brennstoffe) erfüllen, dann gibt’s grünes Licht vom Mann in Schwarz.

Am besten mit professioneller Hilfe

Da fast alle offenen Feuerstellen ein individuelles Maß haben, ist es meist anzuraten, die Kassette anfertigen zu lassen. Auch für das Ausmessen empfiehlt sich ein Profi, damit nicht unnötige Kosten entstehen, weil die Kassette geändert oder neu angefertigt werden muss. Der Einbau selbst dauert etwa ein bis zwei Stunden und ist auch vom Laien mit etwas Heimwerker-Erfahrung zu meistern. Wer sicher sein möchte, dass garantiert alles passt, baut aber auch hier auf den Profi.

Ist die Kaminkassette eingebaut, lassen sich viele Vorteile genießen: Der Wirkungsgrad steigt auf bis zu 80 Prozent, das Feuer darf auch ohne Aufsicht brennen – und man kann alternatives Brennmaterial (z.B. Briketts) verwenden.