Mit einer eigenen Windanlage auf Dach oder Grundstück lässt sich Strom aus erneuerbarer Energie selber erzeugen – vorausgesetzt der Standort stimmt.

Gehören private Windanlagen bald zum Alltag? Angesichts steigender Preise für Haushaltsstrom und verbesserter Technik rechnet die Branche jedenfalls mit deutlichen Zuwachsraten.

Schon heute produzieren sogenannte Kleinwindanlagen Strom für rund 8 Cent pro Kilowattstunde (kWh), so das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik. Zum Vergleich: Derzeit liegt der Preis für Haushaltsstrom bei durchschnittlich 28,30 Cent pro kWh (Verivox, Stand April 2014, zugrunde liegt ein Jahresverbrauch von 4.000 kWh).

Lohnt sich Windstrom?

Ob sich Windstrom rechnet, ist allerdings von vielen Faktoren abhängig. Etwa vom Anlagenpreis: Er liegt zurzeit bei 3.000 bis 7.000 Euro pro Kilowatt Nennleistung. Hinzu kommen die Kosten für die Montage, den Anschluss ans Hausstromnetz, ein eventuelles Mast-Fundament sowie jährliche Wartungskosten in Höhe von bis zu zwei Prozent des Anschaffungspreises.

Entscheidend für die Rentabilität sind zudem die Windverhältnisse: Benötigt werden stetige mittlere Windgeschwindigkeiten von mindestens sechs Meter pro Sekunde, was Windstärke 4 entspricht.

Optimale Standorte sind daher die Küsten und einige Mittelgebirgslagen. Zudem sollte der Wind ungehindert von Bäumen und anderen Hindernissen auf das Windrad treffen. Dies gilt unabhängig vom jeweiligen

Konstruktionstyp – Anlagen mit horizontal oder mit vertikal liegender Rotationsachse.

Horizontal oder vertikal?

Horizontal arbeitende Anlagen punkten mit hohen Wirkungsgraden und entsprechend hoher Stromausbeute. Ihr geringeres Gewicht erleichtert die Dachmontage.

Allerdings ist dieser Anlagentyp technisch aufwendiger. So ist zum Beispiel ein Nachführungssystem nötig, das die Rotorblätter in den Wind dreht. Nachteilig können auch Licht-Schatten-Effekte durch sich drehende Rotorblätter sein.

Die futuristisch anmutenden, vertikal rotierenden Windräder haben zwar eine geringere Stromausbeute, dafür laufen sie fast lautlos und produzieren kaum störende Licht-Schatten-Effekte. Das macht sie auch für dicht bebaute Gebiete geeignet. Und sie kommen besser mit stärkeren Windverhältnissen zurecht.

Dach- oder Mastmontage?

Prinzipiell ist beides möglich. Fällt die Wahl aufs Dach, sollte der Dachstuhl statisch geprüft werden. Auch sind die Bestimmungen vor Ort zu beachten.

In einigen Bundesländern braucht man keine Genehmigung durchs Bauamt, eine Information über die Aufstellung reicht aus. Anderswo muss nicht mal über die Montage informiert werden.

Rechtssicherheit für den dauerhaften Betrieb bietet dennoch nur eine „richtige“ Baugenehmigung. Dies kann entscheidend sein, wenn es etwa mit Nachbarn Streit gibt.