Wer richtig lüftet, sorgt für ein gesundes Raumklima in den eigenen vier Wänden und kann dabei auch noch Energie sparen.

Wann, wie lange und wie oft sollten wir frischen Wind in die eigenen vier Wände lassen? Richtig lüften ist gar nicht so einfach. Zumal heutzutage immer mehr Wohngebäude aufwendig gedämmt und isoliert werden, um Heizenergie zu sparen. Das ist einerseits sinnvoll, andererseits aber verhindert es den „unfreiwilligen“ Luftaustausch. Das heißt, die Bewohner müssen sich schon ein paar Gedanken darüber machen, welches Fenster sie wann wie lange öffnen – vor allem im Winter. Denn wo frische Luft hereinkommt, entweicht auch Wärme. Ungelüftete Räume hingegen werden schlicht zu feucht, was Schimmelbefall fördert und erhebliche Schäden an der Bausubstanz verursachen kann.

Regelmäßiger Luftaustausch

In einem Vier-Personen-Haushalt werden pro Tag zwischen zehn und 14 Liter Wasser in Form von Wasserdampf an die Raumluft abgegeben – die jedoch kann nur eine begrenzte Menge Feuchtigkeit aufnehmen. Regelmäßiger Luftaustausch ist daher zwingend notwendig. Einfach nur das Fenster längere Zeit auf „kipp“ zu stellen, ist keine Lösung: Sie heizen durch den schmalen Spalt praktisch die Straße mit.

Gut zu wissen: So lüften Sie richtig

  • Ganz auf! Richtig lüften bedeutet: Fenster kurzzeitig, mindestens vier Minuten lang, ganz öffnen (Stoßlüften). Die Kippstellung ist wirkungslos und verschwendet Heizenergie.
  • Her mit der frischen Luft! Morgens ist die ideale Zeit für eine komplette Durchlüftung der Wohnung.
  • Achtung, Wäsche! Wenn Wäsche in der Wohnung getrocknet wird, sollten Sie dieses Zimmer öfter lüften. Und: Zimmertüren geschlossen halten!
  • Unter Dampf! Viel Wasserdampf (zum Beispiel durch Kochen) lüften Sie möglichst sofort nach draußen ab.
  • Nicht mehr als nötig!Wenn tagsüber niemand in der Wohnung ist, reicht es, morgens und abends richtig zu lüften.
  • Alle Wetter! Lüften Sie ruhig auch bei Regenwetter. Wenn es nicht gerade zum Fenster hereinregnet, ist die kalte Außenluft trockener als die warme Zimmerluft.
  • Hauptsache gut isoliert! Bei neuen Isolierglasfenstern müssen Sie öfter lüften als früher. Im Vergleich zum alten Fenster spart man trotzdem Heizenergie.
  • Raus damit! Lüften Sie nicht von einem Zimmer ins nächste, sondern immer nach draußen.
  • Bitte Abstand halten! Rücken Sie Ihre Schränke nicht zu dicht an die Wände. Zwei bis drei Zentimeter Abstand reichen für den Luftaustausch.
  • Heißer Tipp! Nicht vergessen: Auch nach dem Bügeln immer lüften!

 

Am effektivsten ist das sogenannte Stoßlüften: Öffnen Sie die Fenster für kurze Zeit ganz und drehen Sie in dieser Zeit das Heizventil zu. Um größere Energieverluste zu vermeiden, sollten Sie die Öffnungszeiten der jeweiligen Jahreszeit anpassen.

Schlechtes Wetter ist aber auf jeden Fall kein Grund, die Fenster zuzulassen. Denn die Außenluft ist selbst bei Regen trockener als zum Beispiel die verbrauchte Luft im Schlafzimmer.

Vom Schlafzimmer aus dürfen Sie gern die ganze Wohnung durchlüften, also die Innentüren offen lassen, wenn Sie das Schlafzimmerfenster öffnen. Das fördert den Luftaustausch, vor allem, wenn noch andere Fenster geöffnet sind und ein Durchzug entsteht. Wenn Sie nach dem Kochen oder Duschen Küche bzw. Bad lüften, sollten die Zimmertüren aber besser geschlossen bleiben – dann zieht der angesammelte Wasserdampf direkt ab, statt sich in der Wohnung zu verteilen.

Luftfeuchte messen

Mit einem einfachen Hygrometer hat man das Wohnklima stets im Blick. Gemessen wird dabei die relative Feuchte der Luft. Das Prinzip ist ganz einfach: Bei 0 Prozent relativer Feuchte ist gar kein Wasser in der Luft enthalten, bei 100 Prozent hingegen so viel, dass nichts mehr aufgenommen werden kann. Übersteigt der Anteil von Wasserdampf an der Raumluft dauerhaft den Richtwert von 60 Prozent, dann sollten Sie auf jeden Fall länger lüften.

Die Faustregel: Achten Sie darauf, dass Ihre Raumluft eine relative Feuchte von 30 bis 60 Prozent hat. Je nach Jahreszeit können die Werte aber durchaus auch mal darunter (bis zu 25 Prozent im Winter) oder leicht darüber (bis zu 65 Prozent im Sommer) liegen.