Deutschlandweit sind Rauchmelder inzwischen Pflicht. Aus gutem Grund: Nachts im Schlaf nehmen wir Brandrauch nicht wahr –gut, wenn uns ein durchdringender Ton aufschreckt!

Auch der Geruchssinn schläft

Mit dem Nachtschlaf kommt die wichtige Ruhepause für Körper und Geist. Doch leider wird dabei auch ein wichtiges menschliches Frühwarnsystem abgeschaltet: der Geruchssinn. Brandrauch riecht man im Schlaf nicht. Im Gegenteil: Er lässt uns sogar noch tiefer schlafen, denn das Kohlenmonoxid im Rauch narkotisiert. „Drei bis sechs Atemzüge führen zu tiefer Bewusstlosigkeit, weitere sechs bis sieben Atemzüge später ist man tot“, sagt Hauptbrandmeister Frank Groteclaes von der Feuerwehr Aachen.

Lautes Piepen ist Lebensretter

Rund 400 Menschen sterben jährlich in Deutschland bei Bränden, die Mehrheit davon in Privathaushalten.

Insgesamt werden hierzulande rund 200.000 Brände im Jahr gezählt. Dabei ist durchaus nicht immer Fahrlässigkeit im Spiel – sehr oft sind auch technische Defekte die Ursache. Und die können jederzeit und überall auftreten. Auch deshalb verunglücken 70 Prozent aller Brandopfer nachts in den eigenen vier Wänden – und bei 95 Prozent der Brandtoten ist die Todesursache eine Rauchvergiftung!

Das laute Piepen eines Rauchmelders ist in solch einer Situation ein wahrer Lebensretter. Der durchdringende Ton lässt jeden aus dem Schlaf hochschrecken. Seit Berlin im Juni 2016 als letztes Bundesland die Rauchwarnmelderpflicht eingeführt hat, sind die Geräte in Deutschland nun flächendeckend vorgeschrieben. Sie sollten mindestens in Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flur installiert sein. Es gibt auch vernetzte Systeme. Tipp: Das VdS-Prüfzeichen der Versicherungswirtschaft verspricht eine Lebensdauer der Batterie von mindestens zehn Jahren.