Trinkwasser ist das wichtigste und meistkontrollierte Lebensmittel überhaupt – bis hin zum Wasserzähler. Was in den Hausleitungen passiert, ist Privatsache. Doch man kann einiges dafür tun, dass die Qualität erhalten bleibt.

Die deutschen Wasserversorgungsunternehmen sorgen dafür, dass die hohen Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) aus dem Jahr 2001 strikt eingehalten werden. Allerdings nur bis zum Wasserzähler – danach ist jeder seines eigenen Wassers Hüter. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn die letzten Meter vom Zähler zum Hahn können ausschlaggebend für Geschmack und Reinheit des Wassers sein.

Schutzmaßnahmen ergreifen

Eine erste Schutzmaßnahme ist der Einbau eines Feinfilters direkt hinter dem Wasserzähler. So haben kleinste, aus dem zentralen Versorgungsnetz angeschwemmte Partikel gar nicht erst die Chance, Ihr Trinkwasser zu verschmutzen. Rückspulbare Feinfilter sollten alle zwei Monate gespült werden, bei nicht rückspulbaren Modellen muss der Filtereinsatz nach sechs Monaten ausgewechselt werden.

Für Qualitätseinbußen des Trinkwassers innerhalb der Hausinstallation gibt es zwei Hauptursachen: das sogenannte Stagnationswasser (Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung oder den Armaturen gestanden hat) und falsches Material der Wasserleitungen. Stagnationswasser kann unter Umständen die Inhaltstoffe des Materials der Leitungsrohre und metallische Korrosionsprodukte aufnehmen. Daher sollte es grundsätzlich nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken und auf keinen Fall zum Anrühren von Säuglingsnahrung benutzt werden. Generell empfiehlt es sich, Wasser vor dem Genuss so lange laufen zu lassen, bis es merklich kühler und damit frischer wird als das zunächst abfließende Stagnationswasser.

Menschen, die gegen Nickel vorsensibilisiert sind und verchromte Armaturen nutzen, sollten schon bei einer 30-minütigen Standzeit des Wassers in der Leitung den ersten Viertelliter (entspricht einem großen Glas) nicht mal zum Händewaschen verwenden. Grund: Durch das „Verweilen“ könnte das Wasser zu viel Nickel aufgenommen haben und Hautreaktionen auslösen. Wer seine Wasserleitungen neu verlegt, sollte von vornherein darauf achten, dass selten genutzte Leitungen mit einem verbrauchsintensiven Endpunkt verbunden werden, also z.B. mit Spül- oder Waschmaschine. So lässt sich die Menge des Stagnationswassers gering halten.

Das richtige Rohrmaterial

Besonders problematisch sind Rohre aus Blei, das in Deutschland teils bis in die 1960er Jahre hinein verbaut und bis heute nicht

vollständig ausgetauscht wurde. Was sonst nur fürs Stagnationswasser gilt, trifft bei Bleileitungen auch auf Frischwasser zu: Grundsätzlich keine Säuglingsnahrung damit zubereiten und zumindest während einer Schwangerschaft nicht als Lebensmittel verwenden. Heute werden zur Trinkwasserinstallation vor allem die Werkstoffe Kupfer (44 Prozent), Edelstahl (9 Prozent), Stahl (6 Prozent) und diverse Kunst- bzw. Verbundwerkstoffe (30 Prozent) eingesetzt. Bei all diesen Materialien lassen sich – anders als bei Blei – die in der DIN 50930-6 gesetzlich festgelegten Grenzwerte einhalten.

Welcher Werkstoff für Ihre Hausleitungen gut geeignet ist, hängt auch mit der örtlichen Wasserbeschaffenheit zusammen. Mit innenverzinktem Kupfer, Edelstahl und Kunststoff machen Sie aber meist nichts falsch. Feuerverzinkter Stahl sollte im Warmwasserbereich vermieden werden, da er hier nicht ausreichend beständig ist. „Blankes Kupfer” kann es bei sauren, harten Trinkwassern mit einem hohen Gehalt an natürlichen organischen Verbindungen zu erhöhter Kupferlöslichkeit führen. In Verbindung mit einer längeren Standzeit des Wassers in den Leitungen kann sie zu bedenklichen Konzentrationen des Metalls führen. Achtung: Bei neuen Kupferleitungen müssen Sie in den ersten Monaten generell mit erhöhter Kupferlöslichkeit rechnen. Einfache Gegenmaßnahme in dieser Zeit: Wasser, das länger als 30 Minuten in der Leitung gestanden hat, abfließen lassen. Das frische Wasser kann von Anfang an ohne Bedenken genossen werden.

So bleibt Ihr Wasser rein

Filtersysteme: Üblicherweise mit Aktivkohlefilter. Sie binden bestimmte Stoffe wie Pestizide, Chlorverbindungen, Eisen, Kalk, allerdings nicht Nitrat und Schwermetalle.

Ionenaustauschgeräte: Entziehen dem Wasser unerwünschte Mineralien und entsalzen und enthärten es. Bestimmte Ionen wie Nitrat, Sulfat oder auch „Wasserhärter” wie Calcium und Magnesium werden z.B. gegen Hydroxide oder Natrium ausgetauscht.

Umkehrosmose: Wasser wird gereinigt, indem es unter Anwendung von Druck, der über dem osmotischen Druck des Wassers liegt, durch halbdurchlässige Membranen gepresst wird. Der Reinigungseffekt ist hoch, aber es werden auch Mineralien entzogen.

Destilliergeräte: Dem Wasser werden durch Destillation Schadstoffe, allerdings auch Mineralien entzogen. Zudem ist der Geschmack gewöhnungsbedürftig.

Magnetismus: Soll durch magnetische Felder auf die mineralische Struktur des Wassers wirken, indem das Magnetfeld das Wasser aktiviert. Dadurch verringert sich vorgeblich das Verkalkungsrisiko. Gilt als umstrittenstes Verfahren zur Wasserreinigung.