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Die Speisekammer ist eine wertvolle Erweiterung der Küche. Wir zeigen Ihnen, welche Bedingungen sie erfüllen sollte, stellen Ordnungsprinzipien vor und geben Tipps für die Vorratshaltung. Vieles gilt dabei auch für einzelne Regale oder Küchenschränke.

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Die Planung: konstante Bedingungen

Die ideale Speisekammer ist dunkel, weist eine konstante Temperatur zwischen 15 Grad und maximal 20 Grad sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von bis zu 70 Prozent auf. Die Luft ist also etwas wärmer und trockener als zum Beispiel im Keller. Um dies zu erreichen, platzieren Sie den Raum am besten auf der Nordseite des Hauses – direkte Sonneneinstrahlung durch ein Fenster oder das Aufheizen des Mauerwerks wird so vermieden. Achten Sie zudem darauf, dass keine Heizungsrohre in der Mauer verlaufen.

Übrigens: Damit die Idealbedingungen leichter einzuhalten sind, raten Experten davon ab, elektrische Geräte in der Speisekammer zu betreiben. Sie geben meist Kondensationswärme an die Umgebung ab.

Während insbesondere in Altbauten kleine Fenster oder Schlitze in der Außenwand für ausreichend Lüftung und den Temperaturausgleich sorgen, muss bei nachträglich eingebauten Speisekammern oder bei gedämmten Häusern mit moderner Technik nachgeholfen werden.

Reserven: Was Sie selten benötigen, kommt in die obersten Reihen. Von Notvorräten an Nudeln bis zum Tischgrill, der nur zweimal im Jahr genutzt wird. Achten Sie darauf, dass die Packungen nicht zu schwer sind. Für den Durchblick beschriften Sie Behältnisse für Lebensmittel. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Wer unsicher ist, ob die vorhandene Lüftung ausreicht, um die Idealtemperatur und -luftfeuchtigkeit zu halten, installiert zusätzlich einen Deckenventilator, der die Luftschichten regelmäßig umwälzt.

Eine Klimaschutztür zum angrenzenden Raum sorgt zusätzlich für konstante Bedingungen. Auch wichtig: Bei kleinen Speisekammern sollte die Tür nach außen aufgehen – oder Sie bauen eine Schiebetür ein.

Die Ausstattung: Hauptsache praktisch

In der Speisekammer geht Funktion vor Schönheit. Das fängt schon beim Boden und bei den Wänden an: Glatte Böden, zum Beispiel aus Linoleum, und geflieste Wände sind ein Muss, denn die Speisekammer muss regelmäßig gründlich gereinigt werden. Bei der Gelegenheit können Sie auch Ihre Vorräte überprüfen und abgelaufene Lebensmittel aussortieren. 

Egal ob Sie offene Regale oder Schränke bevorzugen, die das Verstaute verbergen: Achten Sie auf praktische und haltbare Möbel, die möglichst viel Stauraum bieten, die Entnahme beziehungsweise Befüllung leicht machen und die leicht zu reinigen sind.

Gut aufgehangen: Schnell Zugriff auf Utensilien. Foto: Inter IKEA Systems B.V.
Alles im Kasten: Kleinkram ist in Kästen gut aufbewahrt. Achten Sie darauf, dass diese über Griffe verfügen. So können Sie die Kästen leicht mitnehmen und direkt an der Arbeitsfläche in der Küche darauf zugreifen. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Zudem sollten Sie nicht nur auf das Material, sondern auch auf die Verfügbarkeit von entsprechendem Zubehör und von Variationsmöglichkeiten achten: Benötigen Sie zum Beispiel ein Flaschenregal, Hängekörbe für Gewürze oder Gemüse, viele schmale oder doch mehrere breite und hohe Fächer? Drehbare Regalböden für die Ecke oder Auszüge bei tiefen Regalböden sorgen für eine optimale Platzausnutzung, Glas- oder transparente Plexiglasböden in den oberen Reihen für mehr Durchblick. Vor dem Kauf ist also genau zu überlegen, was Sie in Ihrer Speisekammer platzieren wollen. Praktisch ist es auch, wenn Sie eine kleine Arbeitsplatte zum Herausklappen oder -ziehen installieren, die als temporäre Abstellfläche dient. 

Wichtig ist es zudem, an ausreichende Beleuchtung zu denken. Vor allem, wenn die Speisekammer keine Fenster aufweist. Mit mehreren Spots können Sie auch die kleinste Ecke ausleuchten, der Lichtschalter sollte unbedingt neben dem Eingang platziert werden.

Die Aufbewahrung: für Durchblick sorgen

Grundsätzlich gilt: Neueinkäufe gehören nach hinten in das Regal oder den Schrank, sodass Sie länger gelagerte Lebensmittel zuerst verbrauchen. Schwere Behälter oder Getränkekisten gehören unter das Regal beziehungsweise in das unterste Fach. Das Gleiche gilt für Lebensmittel, die dunkel gelagert werden sollen, zum Beispiel Kartoffeln. Obst und Gemüse bewahren Sie am besten in Körben auf, um die Luftzirkulation zu garantieren.

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Im Schnellzugriff: Marmeladen, Zerealien, das Lieblingsgemüse und -obst: Alles, was Sie häufig benötigen, am besten in Augenhöhe unterbringen. Foto: Inter IKEA Systems B.V.

Nudeln, Reis, Zucker, Mehl und Müsli sind dagegen am besten in luftdichten Behältern aufgehoben, die auch vor Schädlingen schützen. Wählen Sie Glas oder durchsichtiges Plastik, dann sehen Sie sofort, was drin ist. Lichtempfindliche Lebensmittel, wie etwa Öle, kommen in lichtundurchlässige Behälter. 

Konserven räumen Sie so ein, dass auf den ersten Blick das Etikett erkennbar ist. Um langes Suchen zu vermeiden, platzieren Sie Gleiches zu Gleichem. Körbchen helfen dabei, das Sammelsurium von kleinen Tütchen oder Dosen zu sortieren.

1) Ein zusammenklappbarer Tritthocker hat unter dem untersten Regalboden seinen festen Platz. Damit können Sie leicht etwas aus den oberen Reihen holen. Die Alternative: eine Leiter mit fest installierter Laufschiene.
2) Ja, elektrische Geräte in der Speisekammer sollte man vermeiden. Aber für die optimale Weinlagerung eignet sich nun mal sehr gut ein Weinkühlschrank.
3) Viele Lebensmittel lagert man besser gut geschützt vor der Sonne. Wer keine dunkle Kammer hat, kann auf Kisten oder lichtundurchlässige Gefäße zurückgreifen. Die schaffen zudem noch ein aufgeräumtes Ambiente.
Fotos: Inter IKEA Systems B.V., Shutterstock

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