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Baby-Möhren, Cherry-Tomaten und Snack-Paprikas liegen im Trend – aber warum nur die gewöhnlichen Sorten probieren? Wir zeigen Ihnen, wie Sie exotisches Mini-Gemüse auf Terrasse und Balkon anbauen.

Die Beliebtheit von Zwerggemüse steigt kontinuierlich an. Mini-Zucchini und Fenchel-Winzlinge haben eine zartere Konsistenz und einen intensiveren Geschmack als ihre großen Geschwister. Die kleineren Varianten finden ihren Ursprung in der französischen Bretagne: Dort ernten Bauern seit drei Jahrzehnten Winzlinge für die Gourmetküche. Dabei handelt es sich aber meist um früher geerntetes Gemüse, das noch nicht ausgereift ist, und nicht um speziell gezüchtete Sorten.

Pflanzkästen sind für Schädlinge schwieriger zu erreichen als bodennahe Beete. Foto: Stocksy

Wegen der erhöhten Nachfrage forschen mittlerweile auch Saatgutfirmen nach Mini-Varianten. Durch aufwendige Züchtungen entstehen neue Gemüsesorten, die auf engem Raum wachsen können und dennoch einen reichen Ertrag haben.

Das Winziggemüse entsteht also nicht durch Gentechnik, sondern durch die gezielte Kreuzung von Pflanzen, die von Natur aus kleinwüchsiger sind. Trotzdem ist das Gemüse nicht weniger gesund als die normalgroße Variante: Labortests haben gezeigt, dass ebenso viele Vitamine und Nährstoffe darin stecken.

Gemüsebeet auf dem Balkon

In den Supermärkten entdeckt man immer wieder neues Mini-Gemüse, allerdings lassen sich viele Sorten auch auf der eigenen Terrasse kultivieren. Es gibt sogar exotische Züchtungen, die im Wuchs sehr kompakt sind und problemlos in Pflanzkübeln gedeihen. Das Saatgut dafür gibt es in Baumärkten, Gartencentern und Onlineshops.

Holzkiste: Vorab mit Folie auskleiden und durchlöchern für den Wasserablauf. Foto: pflanzenfreude.de

Wichtig bei der Auswahl der Erde ist, dass es sich um lockere, nährstoffreiche Gemüseerde handelt. Damit die Wurzeln ausreichend Platz haben und die Wasserspeicherung gewährleistet ist, sollte der Kübel möglichst groß sein.

Blumentopf Mini-Gemüsesorten gedeihen oft auch in kleineren Blumentöpfen. Foto: pflanzenfreude.de

Man braucht nicht unbedingt einen Garten für ein buntes Gemüsebeet. Mini-Gemüse wächst ebenso in Pflanzkübeln, Hochbeeten oder Hängeampeln.

Pflanzkästen: Dank hoher Füße toll zum Arrangieren auf der Terrasse. Foto: pflanzenfreude.de

Vier gute Gründe für Mini-Gemüse

1) Leichte Zubereitung:
Die meisten Winzlinge müssen nicht kleingeschnitten oder geschält werden, auch die Garzeit ist wesentlich kürzer. Einfach anbraten, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Kräutern marinieren – fertig!

2) Der perfekte Snack:
Wer zwischendurch naschen möchte, kann sich jederzeit ohne schlechtes Gewissen bedienen. Wenn Gäste kommen, verwandelt ein Joghurt-Kräuter-Dip das frisch gepflückte Gemüse in Fingerfood. Kinder lieben Mini-Gemüse, weil es einen sü.lichen Geschmack hat.

3) Weniger Schneckenfraß:
Im Gegensatz zu ebenerdigen Beeten gelangen wesentlich weniger kriechende Schädlinge in Pflanzkübel und Balkonkästen. Engmaschige Netze halten außerdem Gemüsefliegen fern.

4) Entspannung:
Zahlreiche Studien belegen, dass Gärtnern das Wohlbefinden steigert. Auch beim Urban Gardening profitiert man von der Mischung aus frischer Luft und Tageslicht. Zudem ist es faszinierend, wie aus einem winzigen Samen verzehrfertiges Gemüse entsteht.

PFLANZTASCHE: Diese ist atmungsaktiv und begünstigt das Wurzelwachstum. Gibt es auch mit Sichtfenster, sodass man Möhrchen und Co. beim Wachsen zusehen kann. Foto: Pötschke/pötschke.de

Foto Header / oben: ddp/FoodCentrale