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Es gibt zwei Arten von Gartenbesitzern. Sorte eins: Wenn sie an die heimische Grünparzelle denken, kommt ihnen in erster Linie die Arbeit in den Sinn, die Bäume und Pflanzen, Rasen und Hecken machen – und der Fleiß, den es braucht, um alles schön zu halten. Sorte zwei, und um die soll es hier gehen: Sie sehen den Garten vor allem als Oase, als Platz der Entspannung, besonders im Sommer. Wer im frisch gemähten Gras liegt oder zwischen Vogelgezwitscher und zirpenden Grillen ein Buch liest, kann endlich durchatmen. Im Wohnzimmer geht das nicht ganz so gut.

 

Wer sich im Garten ein kleines Paradies einrichtet, macht ihn so auch zum sozialen Ort – zum idealen Schauplatz für kleine oder große Gartenpartys. Das muss kein großer Aufwand sein: Mit einfachen Ideen lässt sich auch die kleinste Rasenfläche in ein behagliches Refugium zum Feiern verwandeln.

 

Dabei bilden gemütliche Sitzmöglichkeiten immer das zentrale Element der Gestaltung. Gebrauchte Strandkörbe vom Trödelmarkt werden durch einen neuen Anstrich zu maritimen Meisterstücken. Wer auf dem Flohmarkt alte Holzmöbel findet, kann mit Lack in Schwedenrot oder Enzian​blau ein skandinavisches Flair schaffen. Dazu wirken blau-weiße Sitzkissen und Decken als Deko besonders stimmig.

 

Die spannende Idee dazu ist der marokkanische Stil: Runde Sitzkissen mit maurischen Mustern und verzierte Kerzenhalter aus Edelmetall sorgen für eine exotische Anmutung. Ein silberfarbenes Teekännchen mit bunten Teegläsern sowie Besteck mit ornamentalen Verzierungen runden den Look ab. Sobald es nach frischem Minztee und Räucherstäbchen duftet, reist man in Gedanken schon in den Orient und spürt das, was man sich unter dem sprichwörtlichen Zauber aus Tausendundeiner Nacht vorstellt.

 

Generell gilt bei der Deko­ration im Garten: Je mehr kräftige Komplementärfarben vorkommen, desto besser. Komplementäre Farbtöne liegen sich im Farbkreis genau gegenüber und erzeugen dadurch besonders starke Kontraste. So bilden beispielsweise rote und pinkfarbene Dekorationsartikel einen wirkungsvollen Kontrast zum umliegenden Grasgrün. Kräftiges Blau wird am besten mit Accessoires in leuchtenden Orangetönen inszeniert.

 

Hängende Elemente bringen als Deko noch mehr Schwung ins Fest: Lampions, Girlanden und Rosetten verschönern umliegende Baumstämme und herabhängende Äste. Kreative Köpfe basteln dekorative Windspiele aus Perlen, kleinen Plättchen oder ausgeschnittenen Formen.

 

Wenn Sie Ihre Gäste auf der Gartenparty zusätzlich zu Getränken kulinarisch verwöhnen möchten, kann klein portionierte Häppchen vorbereiten – sie sind im Garten, wo es keine klassischen Stuhl-Tisch-Plätze gibt, ideal. Fleischspieße, Mozzarella-Sticks oder Gemüseröllchen aus Weizentortillas kann man auch ohne Besteck essen. Als Nachspeise zur Feier eignen sich geschichtete Glasdesserts, Cupcakes oder Muffins.

 

Wenn die Vorbereitung der Party entspannt abgelaufen ist, kann der Gartenparty-Abend eigentlich nur gut werden. Und sobald dann die ersten Gäste eintreffen, kann man sich im Strandkorb zurücklehnen – und an die Worte der englischen Gartengestalterin Gertrude Jekyll denken: „Die Hauptaufgabe eines Gartens ist es, seinem Besucher die schönste und höchste Art des irdischen Vergnügens zu bereiten.“

Ein blauer Strandkorb ist mit bunten Kissen und Decken verziert, darüber befindet sich eine Girlande.
Alte Strandkörbe vom Flohmarkt wirken nach einem frischen Anstrich wie neu. Bild: Bernhard Huber