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Wer anpackt, kann sparen. (Foto: mauritius images / Westend61)

Mit einer sogenannten Muskelhypothek können Bauherren die Baukosten für ihr Eigenheim bis zu 15 Prozent senken – und damit den Finanzierungsbedarf.

Da Kreditinstitute diese Form der Eigenleistung in der Regel als Eigenkapital werten, wirkt sich die Muskelhypothek auch positiv auf die Finanzierungsbedingungen aus. Immerhin 10 bis 15 Prozent der gesamten Bausumme erkennen die meisten Banken an, wenn ihnen der Bauherr eine plausible Kalkulation über den zu erbringenden Umfang der Eigenleistung vorlegen kann. So vermag die Muskelhypothek eine Eigenkapitallücke zu schließen – oder den Eigenkapitalanteil so zu erhöhen, dass die Bank oder Bausparkasse einen günstigeren Zinssatz gewährt.

Handwerkliches Geschick gefragt

Man sollte handwerklich begabt sein, um von der Muskelhypothek zu profitieren – und es braucht eine richtige Einschätzung des Leistungsvermögens und Zeitbudgets. Als Faustregel gilt, dass ein Bauherr etwa 20 Stunden pro Woche für den Hausbau aufbringen muss, um zehn Prozent der Baukosten einzusparen. Das ist eine Menge Zeit, wenn man „nebenher“ einem geregelten Job nachgeht und womöglich noch Kinder zu betreuen hat. Was Bauherren oft nicht einkalkulieren, ist außerdem, dass sie im Vergleich zu Profihandwerkern deutlich länger für eine Aufgabe brauchen. Prekär wird das, wenn sie dadurch den Baufortschritt behindern.

Ein Tipp: Wenn Freunde und Familie dem Bauherren unter die Arme greifen, um die Arbeiten zu beschleunigen, sollte für alle Helfer eine Unfallversicherung abgeschlossen werden. Sonst kann es im Falle eines Unfalles teuer werden. 

Was kann ich allein und wo brauche ich Hilfe?

Leicht: Generell gilt, dass alle Arbeiten im Innenausbau für die Ausführung in Eigenleistung besser geeignet sind als etwa Maurer- oder Dachdeckerarbeiten. Wenig geübte Hobbyhandwerker können sich an Tapezierund Malerarbeiten wagen. Hier spielt die Frage der Gewährleistung nur eine untergeordnete Rolle – ein nicht unerheblicher Punkt.

Mittel: Denn geht etwas schief, entspricht eine selbst ausgeführte Arbeit nicht den Bau- oder Sicherheitsvorschriften, haftet der Bauherr selbst. Deshalb sollten sich mittelmäßig geschickte Do-it-yourselfies auf Arbeiten wie Bodenbeläge oder Innenwanddämmung beschränken.

Schwer: Arbeiten wie das Einsetzen von Fenstern oder der Einbau von Treppen sollten nur von handwerklich geschulten Bauherren selbst vorgenommen werden. Die Verlegung von Wasser- und elektrischen Leitungen gehört ohnehin in die Hände von ausgebildeten Fachleuten

Foto Header: mauritius images / Westend61

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