| 0 Comments
Foto: Flora Press

Ein paar Quadratmeter Platz genügen, um mit der eigenen Solaranlage Strom im kleinen Stil zu erzeugen. Worauf Sie beim Kauf und bei der Installation achten sollten. 

Beleuchtung im Pavillon, eine Steckdose im Gartenhäuschen, eine Ladestation für den Mähroboter oder die Pumpen für den Teich und den Pool – der Strombedarf im Garten ist enorm. Doch anstatt Rasenflächen und Beete umzugraben und meterweise Kabel im Erdreich zu verlegen, können Sie die notwendige Energie mit einer eigenen kleinen Solaranlage (auch Photovoltaikanlage oder kurz PV-Anlage genannt) direkt am benötigten Ort erzeugen: auf dem Dach des Gartenschuppens, am Terrassengeländer oder am Rand eines Blumenbeetes. 

 

Illustration: C3 Visual Lab

Darüber hinaus sprechen drei weitere Gründe für eine Photovoltaikanlage im Garten: Sie sparen zukünftig nicht nur Energiekosten, sondern bessern durch die umgewandelte Sonnenenergie auch die Ökostrombilanz Ihres Hauses auf. Außerdem ist eine Photovoltaikanlage absolut leise, im Gegensatz zu Windrädern zum Beispiel.

Und ist Ihr Garten nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen oder liegt zu weit vom Haus entfernt, könnte die Verlegung von Strom sehr teuer werden. Mini-Solaranlagen sind dagegen recht günstig zu haben. Ihre Lebensdauer wird mit rund 20 Jahren angesetzt. In dieser Zeit sollten im Normalfall kaum Kosten für Wartung oder Reinigung anfallen. 

Die Bestandteile einer Mini-Solaranlage

Wer eine Mini-Solaranlage im Garten installieren möchte, benötigt dazu mehrere Komponenten. Solarmodule müssen in ausreichender Anzahl vorhanden sein, um den Strombedarf im Garten zu decken. Ein Standardmodell mit einer Abmessung von 1 Meter mal 1,70 Meter und einem Gewicht von bis zu 20 Kilogramm generiert rund 300 Watt Leistung.

Auf Montagegestellen aus Aluminium oder Stahl lassen sich die einzelnen Module fest verankern und in der für Solarmodule optimalen Neigung von 50 Grad installieren. Mit speziellen Solarkabeln werden die einzelnen Komponenten der Anlage miteinander verbunden. 

Ein Akku speichert die umgewandelte Energie, damit sie auch nach Sonnenunter-gang zur Verfügung steht. Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Mini- Solaranlage in Wechselstrom um. Einige Varianten sind mit einem Display und einer Software ausgestattet, sodass Sie die Leistung der Anlage überprüfen können. 

Zu guter Letzt brauchen Sie einen Laderegler zur Verteilung der Energie zwischen den verbrauchenden Geräten und der Batterie. Er schützt Letztere zudem vor Überladung beziehungsweise vor der vollständigen Entladung. 

Solarstrom für die Steckdose 

PV-Anlagen gibt es zu einem Preis ab 300 Euro auch für den Balkon. Der Vorteil: Nach der Installation lassen sie sich recht einfach an den Stromkreislauf der Wohnung anschließen: entweder über den haushaltsüblichen Schukostecker oder – die sicherste Lösung – über eine spezielle Einspeisesteckdose, die vom Elektriker installiert werden muss. 

Diese Mini-Anlagen sind ebenfalls beim örtlichen Energieversorger und bei der Bundesnetzagentur zu registrieren. Zudem muss ein Stromzähler mit Rücklaufsperre installiert werden. Eine Übersicht mit den wichtigsten technischen Kennzahlen steckdosenfähiger Solaranlagen hat die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie zusammengestellt.

In 5 Schritten zum Mini-Kraftwerk

Der  Energiebedarf
Überlegen Sie, welche Geräte über die PV-Anlage betrieben werden sollten und addieren Sie die vom Hersteller angegebenen Stromverbrauchswerte. Runden Sie die Summe großzügig auf, um eine Reserve für zusätzliche Verbraucher zu haben. Eine 75-Watt-Anlage genügt im Regelfall bereits für die Teichpumpe oder die Beleuchtung des Gartenhauses. 

Die Ortswahl 
Die Module sollten in südlicher Richtung ausgerichtet und möglichst nicht von Bäumen oder Mauern beschattet werden – auch nicht stundenweise. Nicht zu unterschätzen ist die Energie, die in den ersten und letzten Sonnenstunden des Tages gewonnen werden kann. Vor allem, weil dies meist auch die Zeitpunkte sind, an denen Sie zum Beispiel Licht im Pavillon benötigen oder den Tischgrill anstellen wollen. Vertikal angebrachte Module, etwa an Wänden, erzeugen weniger Energie als horizontal oder schräg ausgerichtete Panels. Beachten Sie in diesem Zusammenhang den vom Hersteller der Solaranlage empfohlenen Neigungswinkel zum Erhalt einer optimalen Energieausbeute. 

Illustration: C3 Visual Lab

Die Solaranlage
Die meisten Mini-Kraftwerke funktionieren nach dem Plug-&-Play-Prinzip: Die einzelnen Bestandteile werden mithilfe von Steckern verbunden. Beim Kauf sollten Sie unbedingt auf einen hohen Wirkungsgrad und auf die Leistung der Solarmodule achten. Im Zusammenhang mit Letzterem sprechen die Hersteller von „Nennleistung“, die in Watt-Peak (kurz: Wp) oder Kilowatt-Peak (kWp) angegeben wird. Die Nennleistung beschreibt, wie viel Energie die PV-Anlage unter Normalbedingungen bei voller Sonneneinstrahlung erzeugen kann. Dieser Wert wird also nur unter konstanten Idealbedingungen erreicht. Witterungseinflüsse werden dabei nicht berücksichtigt. Ebenfalls wichtig: Achten Sie darauf, dass das mitgelieferte Montagematerial auch für Ihren Standort geeignet ist. 

Die Installation
In der Regel dürfen Mini-Solaranlagen bis zu einer Leistung von 600 Watt (0,6 kWp) auch von Laien aufgestellt und in Betrieb genommen werden. Falls Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie einen Elektroinstallateur um Unterstützung bitten. Achten Sie beim Aufbau darauf, dass die Modulständer fest im Untergrund verankert sind, damit die Solarmodule auch bei starkem Wind an ihrem Platz bleiben.

Noch ein Tipp: Verfügt die Mini-Solaranlage über ein hohes Leistungsniveau, können Sie diese mit dem Hausstromkreislauf verbinden und auch dort Geräte mit Strom aus Ihrem Garten betreiben. Wollen Sie die nicht verbrauchte Energie in das öffentliche Stromnetz einspeisen, benötigen Sie einen Stromzähler mit Rücklaufsperre, der verhindert, dass der Stromzähler rückwärts läuft. 
 

Die Registrierung 
Privatpersonen ist das Betreiben einer PV-Anlage mit einer Leistung von maximal 800 Watt erlaubt. Die Anmeldung eines Gewerbes ist nicht notwendig. Dennoch müssen Sie Ihre neue Energiequelle beim Energieversorger registrieren lassen. Das dafür notwendige Formular erhalten Sie direkt beim regionalen Stromanbieter. Eine ausdrückliche Betriebsgenehmigung benötigen Sie jedoch nicht, da der Strom ja zum Eigengebrauch erzeugt wird. Zusätzlich müssen Sie eine Online-Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur vornehmen.