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Leserfrage: In meiner Eigentumswohnung von 1936 höre ich die Nachbarn unter mir trotz nachträglich eingebauter Zwischendecke. Vor allem Geräusche durch Fenster oder Türen sowie Vibrationen. Lässt sich das vermeiden?
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In meiner Eigentumswohnung von 1936 höre ich die Nachbarn unter mir trotz nachträglich eingebauter Zwischendecke. Vor allem Geräusche durch Fenster oder Türen sowie Vibrationen. Lässt sich das vermeiden?

Zufällig wohnen auch wir in einem Haus Baujahr 1936. Auf Wärme- und Schallschutz wurde damals wenig Wert gelegt und unsaniert entsprechen solche Gebäude kaum noch den heutigen Anforderungen. Da bereits eine Zwischendecke eingezogen wurde, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass bereits zu einem früheren Zeitpunkt versucht wurde, den Problemen beizukommen. Wahrscheinlich wurde dadurch auch die Übertragung von Luftschall vermindert.

Ein Haus mit Kopfhörern
Illustration: C3 Visual Lab

Ihr Problem ist jedoch der sogenannte Körperschall, beispielsweise ausgelöst durch das Zuschlagen der Fenster und ein Übertragen durch die Außenwände. Das Vibrieren weist auf eine eher leichte beziehungsweise unterdimensionierte Konstruktion hin. Körperschall lässt sich am effektivsten vermeiden, indem die Bauteile getrennt werden und, falls dies nicht möglich ist, indem man schwere Baustoffe verwendet wie zum Beispiel Beton. Beides ist in Ihrem Fall schwer umsetzbar und eine Lösung mit biegeweichen Vorsatzschalen denkbar.

Aber Schall ist tückisch und eine Beurteilung ohne genaue Kenntnis der Bausubstanz vor Ort unmöglich. Sie könnten sich deshalb an ein Ingenieurbüro für Bauakustik und Schallschutz wenden: Nur durch gezielte Messungen können die Schwachstellen gefunden und Möglichkeiten aufgezeigt werden, Ihre Situation dauerhaft zu verbessern.