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Foto: Offset

Es gibt Gärtner, die interessieren sich weder für das Wetter noch für die Jahreszeit oder für das Klima. Im Winter holen Sie sich Salat und Radieschen aus der Erde, im Sommer Kiwis und Melonen. In ihren Gärten streben Weinreben und Kokospalmen in die Höhe, Olivenbäume stehen neben Zitronenbäumen.

Diese Gärtner gehen selbst bei Sturm und Regen mit Schaufel und Harke hinaus, um zu graben und zu säen. Nie fällt ihre Ernte aus. Im Gegenteil: Alles glänzt – in prächtigen Farben und Formen.

Der Trick ist das Gewächshaus. Hier wachsen auch in den kühleren Breitengraden sonnenhungriges Obst und in stürmischen Jahreszeiten empfindliche Kräuter. Doch das Treibhaus kann mehr, als nur Pflanzen wachsen zu lassen. So manchem dient es als malerischer Rückzugsort oder einfach als Platz, um die eigenen Träume wahr werden zu lassen. Den passenden Bau gibt es dabei für jeden Platz, Geschmack und Geldbeutel.

5 Tipps für den richtigen Kauf

1. Standort
Die Lichtausbeute sollte groß sein, es sollte wenig Wind gehen und Abstand zu Bäumen, Gebäuden und Hängen herrschen.

2. Größe
Für Pflanzenzucht, Überwinterung und Gemüseanbau empfehlen sich eine Größe von 14 Quadratmetern und zwei Meter hohe Stehwände.

3. Funktion
Je nach Nutzung muss ein Gewächshaus andere Anforderungen erfüllen. 

4. Eindeckung
Glas oder Kunststoff an Dach und Wänden? Glas ist wegen schöner Optik und leichter Pflege der Klassiker.

5. Rahmen
Holz oder Aluminium? Letzteres ist langlebig und korrosionsbeständig. Bei Holz kommt es auf die richtige Sorte an.

Optimale Belüftung: Automatische Fensteröffner per temperaturgesteuerter Hydraulik funktionieren ohne Strom. Foto: Shutterstock

Welcher Typ Gewächshaus?

Das Foliengewächshaus ist der kleinstmögliche, einfachste und günstigste Typ. Er ist schnell aufgebaut und erweitert: der perfekte Start in die kultivierte Pflanzenzucht.

Das Anlehngewächshaus ist für alle ideal, die nur einen kleinen Garten oder eine Terrasse haben. Es ist besonders stabil, sturmfest und energieeffizient, denn es stützt sich auf das Wohnhaus und teilt sich mit ihm Wasser und Strom. Das frei stehende Gewächshaus lohnt sich in einem großen Garten. Es kann flexibel gestaltet und bepflanzt werden – und ein echter Hingucker sein. Zum Beispiel als Gewächshaus im Stil einer viktorianischen Orangerie, die nicht nur dem Gärtnern, sondern auch als Ruhe- und Wohlfühloase dient.

Für alle Häuser gilt, dass sie sich das ganze Jahr über nutzen lassen, zu tun gibt es jeden Monat etwas Neues. Wer jetzt gleich motiviert in den Herbst starten will, bringt zunächst seinen frostempfindlichen Hibiskus unters warme Dach, pflanzt dann seine Blumenzwiebeln und sät zum Schluss den Spinat. Alle Arbeit lohnt sich. Denn gärtnerischen Fehlschlägen setzt das Gewächshaus ein für alle Mal ein Ende.

Foto: Flora Press

Das frei stehende Gewächshaus

Das frei stehende Gewächshaus  ist der flexibelste, aber auch kostspieligste Gewächshaustyp.  Es bietet das meiste Licht und viel Platz. Welche Form, Größe und welches Design Sie für diese Art von Gewächshaus wählen, hängt allein von Ihrem Budget, Platz und Geschmack ab. Sicher ist, dieses Gewächshaus schenkt Ihren Pflanzen das meiste Licht. Weil alle Seiten des frei stehenden Gewächshauses lichtdurchlässig sind, fällt hier maximal die Sonne ein.

Auch die Arbeit darin fällt leicht: Temperatur und Luftfeuchtigkeit lassen sich durch Beschattung, Belüftung und Beheizung optimal regulieren. Für die Pflanzen wird das Wachsen so zum Kinderspiel.

Vorteile

  • Aufrechtes, bequemes Arbeiten
  • Gute Klimaregulierung möglich
  • Hohe Verfügbarkeit von Fertigbausätzen im Angebot
Foto: Mauritius Images

Das Anlehngewächshaus

Das halbierte Gewächshaus ist an eine Gebäudewand angebaut. Ein beliebter Wintergarten-Ersatz. Dieses Häuschen steht stabil und kann auch im Sturm nicht umfallen. In der Regel besteht es aus Glas oder robusten Doppelstegplatten und wird mit der Gebäudewand verdübelt.

Es nutzt Energie so effizient, dass selbst im Winter die Aufzucht und Pflanzung ohne extra Beheizung möglich ist. Das beheizte Wohnhaus strahlt nämlich seine Wärme an das Gewächshaus ab. Zugleich dient das Häuschen seinem Wohnhaus als Puffer gegen die Kälte. Ideal steht es an der Südwand seines Hauses, denn hier ist der Lichteinfall am größten.

Vorteile

  • Platzsparend, praktisch, günstig
  • Niedrige Energie- und Baukosten dank Hauswand und vorhandener Infrastruktur (Wärme, Wasser, Strom)
Foto: Flora Press

Folientunnel/Foliengewächshaus

Ein Folientunnel ist die einfachste und günstigste Art, das Projekt Gewächshaus anzugehen. Es gibt ihn schon in ganz kleinen Größen und ist perfekt für Einsteiger. Beim Folientunnel  wird eine dünne Kunststofffolie über ein Beet gespannt – ein paar Träger elemente, wie Metallbögen, reichen dafür. Damit sind die Pflanzen vor Umwelteinflüssen gut geschützt, ob Frost und Wind oder Vogel- und Insektenfraß.

Folientunnel sind in wenigen Minuten errichtet und wieder abgebaut. Ein Fundament braucht es nicht. Keine ästhetische Lösung, aber der geschützten Kultivierung von Pflanzen dienlich.

Vorteile

  • Unschlagbar günstig in der Beschaffung, ab circa 30 Euro
  • Leicht auf- und wieder abbaubar
  • Bei Bedarf einfache Erweiterung durch Verlängerung des Tunnels

Nützliches Zubehör

  • Gießkanne: Einmal die Woche richtig gießen (20 Liter pro Quadratmeter), nicht täglich.
  • Fenster: Effektives Beschatten und Belüften gelingt mit Lamellen- und Klappfenstern im Dach.
  • Luftpolsterfolie: Eine preiswerte und praktische Isolierung zur Überwinterung.
Foto: Shutterstock

4 Tipps für erfolgreiches gärtnern unter Glas und Folie

1. Belüften
Um Wachstumsfaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen zu können, braucht ein Gewächshaus viel Lüftungsfläche.

2. Beheizen
Wichtig, um auf Temperaturschwankungen zu reagieren. Die günstigste und praktischste Form ist der Anschluss an die Hausheizung.

3. Innenausstattung 
Wege und Trittplatten aus Beton helfen beim Begehen und Bewegen zwischen den Beeten.

4. Bepflanzen
Start, Ende und Art der Gartensaison bestimmen Sie. Es können Spinat und Feldsalat oder Auberginen und Melonen auf Ihrem Teller landen.

Foto: Mauritius Images

DIY: Hochbeet selber machen

Ein Hochbeet fürs Gewächshaus zu bauen ist mit etwas handwerklichem Geschick gar nicht so schwer. Die Kosten für das Material liegen bei circa 70 Euro und der Zweitaufwand bei etwa drei Stunden.

 

Werkzeug

  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Beil
  • Hammer
  • Kombizange

Cuttermesser

  • Schlagbohrer
  • Akkuschrauber
  • Stichsäge
  • Tacker

Baumaterial

  • Terrassendielen
  • Holzpfosten
  • Kantholz
  • Holzlatten
  • PVC-Teichfolie
  • Schrauben
  • Draht
  • Nägel