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Foto: Getty Images

Tanken war gestern – smarte Autofahrer laden ihr E-Auto heute an einer Ladestation oder noch besser an der heimischen Wallbox. Was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie hier.

Das Thema Elektromobilität ist eines der wichtigsten Themen rund um die digitale Trans­for­­mation. Denn Autos mit Ver­brennungs­motor stehen weit oben auf der Liste der größten Umweltsünder. Außerdem neigen sich die weltweiten Reserven an fossilen Brennstoffen dem Ende zu – und damit auch die Ära der mit klassischen Kraftstoffen betriebenen Autos. Spätestens seit das amerikanische Unternehmen Tesla mit seinen Elektro­autos die Auto­industrie umkrempelt, ziehen auch tradi­tio­nelle Autobauer nach und bieten eigene E-Modelle an.

Trotzdem vollzieht sich der Wandel schleppend, auch aufgrund der unzureichenden Infrastruktur an Lade­säulen. Im öffentlichen Raum sind diese nur vereinzelt vorzufinden und die Ladezeiten bei schnellen Tankstopps sind noch zu lang.

Wallbox für das heimische Laden des E-Autos

Elektroautos werden zwar mit einem Ladekabel und einem Stecker für Haushaltssteckdosen geliefert, doch kann bei einer maximalen Leistung von 3,68 Kilowatt der Ladevorgang bis zu 35 Stunden dauern, worauf man schon wegen der Gefahr eines Kabelbrands verzichten sollte. Sinnvoller ist daher die Installation einer eigenen Lade­station, einer sogenannten Wallbox, die mit Starkstrom bis zu 22 Kilo­watt Leistung bringen kann. Und wer’s richtig grün mag, kann diese zudem an die hauseigene Solaranlage anschließen. Dafür muss die Wallbox geeignete Schnittstellen besitzen, um mit der PV-Anlage kommunizieren zu können. In Kombination mit einem Stromspeicher fahren Sie dann fast zum Nulltarif und umweltfreundlich.

Darauf sollten Sie bei einer Wallbox unbedingt achten

Leistung
Viel hilft viel – und eine schnelle Ladestation ist natürlich besser als eine langsame. Aber trotzdem sollten Sie auf die Maximalladeleistung Ihres Wagens achten. Wenn Ihr Wagen nicht für eine Schnellladung über einen 22-kW-Anschluss geeignet ist, wäre die Anschaffung einer schnelleren Ladebox reine Geldverschwendung, es sei denn, Sie haben sich bereits für einen neuen Wagen mit einer höheren Ladeleistung entschieden.

Jedoch: Derzeit werden nur Wallboxen mit 11 Kilowatt Ladeleistung gefördert (siehe unten). Wohl auch deshalb rät der ADAC aktuell zu einer 11-kW-Wallbox, welche eine durchschnittliche Komplettladung in etwa drei Stunden erledigt und für fast alle gängigen Automodelle geeignet ist.

Ort
Überlegen Sie sich gut, wo Sie Ihre Ladestation anbringen wollen. In der Garage ist die offensichtliche Wahl. Dort ist die Box dann auch vor fremden Zugriffen gut geschützt. Doch bedenken Sie, dass Sie Zugriff auf Ihr Stromnetz brauchen.

Ist die Garage weiter vom Haus entfernt, kommen eventuell Zusatzkosten für die Stromverlegung hinzu. Und eine öffentlich zugängliche Lade­station kann man zum Beispiel auch vermieten oder sich mit dem Nachbarn teilen. Das drückt die Kosten für den Einzelnen.

Stromanschluss
Es gibt ­Ladestationen, die Sie an Ihre Steckdose anschließen können. Wollen Sie eine Schnellladestation mit 11 oder sogar 22 Kilowatt Leistung, brauchen Sie einen Starkstrom­anschluss (Dreiphasenwechselstrom/Dreh­strom). Die dafür nötigen 400-Volt-Kabel sollten ausschließlich vom Fachmann verlegt werden, egal wie einfach die Eigenmontage per YouTube-Video erscheint.

Zudem muss jede Wallbox bei Ihrem Netzbetreiber angemeldet werden und eine 22-kW-Station braucht sogar eine Sondergenehmigung.

Stecker
Moderne Elektroautos verfügen in der Regel über einen Typ-2-Stecker. Der erlaubt eine Ladeleistung von bis zu 43 Kilowatt, wie sie an öffentlichen Schnell­ladesäulen oft zu finden ist.

Ältere Wagen haben oft noch einen Typ-1-Stecker und manche asiatischen Modelle kommen mit ganz eigenen Steckersystemen daher.

Flexibel bleiben Sie mit einer Wallbox, an der das Ladekabel austauschbar ist. Dabei können Sie mit verschiedenen Steckern oder sogar Adaptern arbeiten.

Kosten
Einfache Wallboxen beginnen bei etwa 500 Euro. Mit der Installation kommen aber schnell bis zu 2.000 Euro oder mehr zusammen, abhängig vom Montageaufwand und dem Stromverlegen zur Wallbox. Andererseits fördern Bund und Länder seit November 2020 private Lade­stationen. Die Bedingungen dafür erfahren Sie bei Ihrem Energieversorger oder bei der KfW Bankengruppe.

1) Volkswagen ID Charger Connect:
UVP 689 Euro, Ladeleistung: 11 kW/16A, Stecker: Typ-2, Abmessung: 297 x 406 x 116 mm
2) Vestel EVC04-AC11SW-T2P:
UVP 799,95 Euro, Ladeleistung: 11 kW/16A, Stecker: Typ-2, Abmessung: 315 x 466 x 135 mm
3) hesotec electrify eBox wr30 rechts 11kW:
UVP 1099,56 Euro, Ladeleistung: 11 kW/16A, Stecker: Typ-2, Abmessung: 530 x 114 x 240 mm
Fotos: PR

Voraussetzungen für die Förderung einer Wallbox

Sie möchten die Kosten für eine Wallbox nicht allein tragen? Holen Sie sich eine Förderung der KfW Bankengruppe. Dabei müssen Sie aber einige Vorgaben einhalten.

Ort
Ihre Ladestation muss an einer Garage oder einem Stellplatz angebracht sein, der zum Wohngebäude gehört und nur privat erreichbar ist.

Strom
Ihre Ladestation darf nur mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Das kann der Ökostrom-Tarif vom Energieversorger oder die eigene Photovoltaik­anlage sein.

Ladeleistung
Die Ladeleistung der Wallbox muss 11 kW betragen. Liegt sie höher, muss gedrosselt werden.

Steuerung
Die Wallbox muss über eine intelligente Steuerung verfügen, um mit dem öffentlichen Stromnetz kommunizieren und darüber vom Netzbetreiber eventuell auch gesteuert werden zu können.

Gesamtkosten
Diese müssen mindestens 900 Euro betragen.

Installation
Die Einrichtung muss durch ein entsprechendes Fachunternehmen vorgenommen werden.