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In erste Linie ist ein Carport ein praktischer Unterstand fürs Auto. Mit einem Gründach versehen, erweitern Sie jedoch den Nutzen und bewirken gleichzeitig Gutes für die Umwelt. Wir zeigen, was er alles kann.

Gleich an erster Stelle ein positiver Effekt für Sie: Ein Carport mit begrüntem Dach schützt Ihr Auto noch besser vor Witterungseinflüssen. Wärme und Kälte werden effektiv kompensiert: Im Sommer bleibt Ihr Wagen deutlich kühler und im Winter frieren Ihnen nicht gleich die Hände am Lenkrad fest, wenn Sie losfahren wollen. Zudem sorgt die temperaturausgleichende Wirkung dafür, dass das Baumaterial des Carports weniger beansprucht wird. Das verlängert dessen Lebensdauer ebenso wie die Bauart: Gründachcarports müssen robuster konstruiert sein, um die Dachlast tragen zu können.

Dachbegrünung nur mit passender Statik

Wenn Sie Ihren bestehenden Carport umbauen möchten, stellt sich also die Frage: Trägt die Statik das Gewicht der Dachbegrünung? Ein Gründach wiegt sehr viel mehr als ein normales Dach.

Neben dem Eigengewicht muss Ihr Carport die Dachbegrünung tragen, wenn diese mit Wasser vollgesogen ist. Hinzu kommen Wind- und Schneelast. Welches Gewicht Ihr Carport trägt, erfahren Sie in den Bauunterlagen. Sind diese nicht mehr verfügbar, kann Ihnen ein Statiker bei der Berechnung helfen.

Baugenehmigung für eine Begrünung?

Möchten Sie einen Carport neu bauen, haben Sie bei der Art des Daches nicht immer die freie Wahl: Grundsätzlich müssen Sie klären, ob für den Bau des Unterstandes eine Baugenehmigung notwendig ist.

Darüber hinaus kann Ihre Gemeinde die Begrünung Ihres Daches vorschreiben. Ob das örtliche Baurecht dies vorsieht, erfahren Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt.

Der Vorteil beim Neubau: Um die Statik des Carports müssen Sie sich keine Gedanken machen. Denn es gibt zahlreiche Anbieter, bei denen Sie komplette Gründachcarports bestellen können. Oft wird dazu auch eine Beratung vor Ort angeboten.

Bild: C3 Visual Lab, Shutterstock, Adobe Stock

Schicht für Schicht zur Dachbegrünung

Sattes Grün statt Kies, Dachpappe oder Ziegel: Das Dach eines Carports grüner zu gestalten, ist gar nicht so schwer. Egal ob Sie es zu Ihrem persönlichen Bauprojekt machen oder alles den Profis überlassen.

Bepflanzen Sie Ihr Carportdach, werten Sie nicht nur den Anblick Ihres Grundstückes auf. Auch aus ökologischer Sicht, ist ein Gründach eine gute Sache, denn Sie schaffen einen kleinen Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Bienen oder Schmetterlinge werden es Ihnen danken.

Ein weiterer Vorteil: Die Pflanzen filtern Feinstaubpartikel aus der Luft und binden Kohlendioxid. So tragen sie zur Verbesserung des Klimas bei. Zudem speichern Gründächer viel Wasser, wodurch es dem natürlichen Kreislauf erhalten bleibt und nicht in der Kanalisation landet.

Bild: C3 Visual Lab

Extensive oder intensive Dachbegrünung?

Aber welche Begrünung eignet sich für einen Carport? Hier unterscheidet man zwei Arten der Bepflanzung: Bei einer extensiven Dachbegrünung kommen niedrig wachsende, anspruchslose Pflanzen zum Einsatz, die keine langen Wurzeln ausbilden. Sie ist auf einem Flachdach oder einem geneigten Dächern bis 45 Grad Neigung möglich. Die Höhe des Aufbaus liegt bei etwa 6 bis 20 Zentimetern, das Gewicht bei etwa 50 bis 170 Kilogramm pro Quadratmeter.

Bei einer intensiven Begrünung hingegen wachsen beispielsweise Stauden, Gehölze und Bäume auf dem Dach. Das vergrößert das Gewicht erheblich, eine weitaus stabilere Statik des Carports wird notwendig. Deshalb kommen meist extensive Begrünungen zum Einsatz.

Förderungen für Gründächer

Die positiven Effekte für die Umwelt erkennen auch viele Gemeinden an. So gewähren manche Kom-munen direkte Zuschüsse für den Bau eines Gründachs. Aber auch indirekte Förderungen sind möglich. Da Gründächer Wasser speichern, entlasten sie die Abwasserkanäle. Das honorieren Kommunen durch eine reduzierte Abwasserrechnung. Es kann sich also lohnen, schon vor Beginn des Bauprojektes beim zuständigen Bau- oder Grünflächenamt nachzufragen, ob es entsprechende Fördertöpfe gibt.

Drei Phasen der Dachbegrünung

Bauen:
Entweder Sie kaufen ein Komplettpaket für die Dachbegrünung oder besorgen sich die Materialien und Pflanzen einzeln. Sie möchten den Aufbau anderen überlassen? Garten-, Landschaftsbau- oder Dachdeckerbetriebe helfen Ihnen weiter.

Pflege:
Helfen Sie den Pflanzen am Anfang mit zusätzlicher Bewässerung, später ist das nicht mehr notwendig. Regen und Tauwasser genügen. Streuen Sie einmal im Jahr einen organisch-mineralischen Langzeitdünger gleichmäßig auf die Fläche aus.

Prüfung:
Kontrollieren Sie ein- bis zweimal im Jahr Ihr extensives Gründach. Achten Sie darauf, dass Wasser frei ablaufen kann. Entfernen Sie Unkraut sowie tiefwurzelnde Pflanzen, die sich dort ausgesät haben, wie beispielsweise Ahorn.

Bild Header / oben: C3 Visual Lab, Shutterstock, Adobe Stock