So wird die Putzfassade wieder schön

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Bunte Vielfalt

Experten schätzen, dass hierzulande rund 70 Prozent aller Gebäude eine Putzfassade tragen. Diese Beliebtheit dürfte sie vor allem ihrer Gestaltungsvielfalt verdanken. Denn vom edel anmutenden glatten Feinputz bis zum rustikalen Kratzputz sind alle Varianten leicht herzustellen (siehe Galerie unten). Zudem kann die Putzfassade in der individuellen Lieblingsfarbe gestaltet werden. Da nehmen viele Hausbesitzer die Tatsache, dass doch mal erneuert werden muss, offenbar gern in Kauf …

Edel und stark

Bei der Erneuerung verputzter Außenwände werden meist mineralische Putzmörtel verwendet, die auch als Edelputze bekannt sind. Ihr Bindemittel auf Zement- oder Kalk-Zement-Basis verleiht ihnen die für den Außeneinsatz nötige Widerstandskraft und Witterungsunempfindlichkeit. [breakpoint]Zudem sind sie in hohem Grad wasserabweisend. Alles Eigenschaften also, die die Gebäudesubstanz verlässlich schützen – und genau dies ist ja eine der Hauptaufgaben des Putzes.

Erst verkleiden, dann verputzen

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann derjenige, der eine ohnehin anstehende Fassadenerneuerung zum Anlass nimmt, die Außenwände zunächst mit einem sogenannten Wärmedämm-Verbundsystem verkleiden und dann erst verputzen zu lassen. Denn auf diese Weise lässt sich viel teure Heizenergie sparen. Die höheren finanziellen Aufwendungen amortisieren sich schnell. So hat der Verband der deutschen Lackindustrie Gesamtkosten von rund 100 Euro pro Quadratmeter Außenwand ermittelt, inklusive Material, Gerüst und Arbeitskosten, von denen ein erheblicher Teil bei reinen Putzarbeiten aber sowieso fällig würde.

Auf dem Prüfstand

Wer nicht genau weiß, ob der Außenputz noch intakt ist, kann zunächst einige optische Tests machen und dabei vor allem auf Risse, lockere Putzteile, Schmutz und andere Fremdstoffe achten. Letztere sollten mit einem Stahlbesen entfernt werden. Feine Haarrisse sind übrigens kein Grund zur Beunruhigung. Bei größeren „Lücken“ allerdings sollte unbedingt ein Fachmann hinzugezogen werden. Denn der erkennt, ob „nur” die Fassade geschädigt ist oder ob es sich um statische Mängel des Gebäudes handelt.

Auch die vorsichtige „Klopfprüfung” der Fassade mit einem Hammer empfiehlt sich. Klingt es hohl, ist vermutlich Feuchtigkeit eingedrungen. Zumindest diese Stellen sollten unverzüglich von einem Profi ausgebessert werden, der auch beurteilen kann, ob gegebenenfalls die gesamte Fassade erneuert werden sollte. Doch selbst dann muss nicht zwangsläufig der komplette Altputz abgeschlagen werden: Wo er noch gut haftet, ist er als Untergrund für den neuen Edelputz ideal. Ansonsten ist vor dem Verputzen der Auftrag eines mineralischen Renovierungsmörtels nötig, in den – je nach Untergrund – vollflächig ein Armierungsgewebe eingebettet wird.

Dass es im Übrigen nicht immer Putz sein muss, beweisen Fassadensysteme zum Kleben. Dieser Schutz von der Rolle besteht aus reißfesten Gewebebahnen und lässt sich ähnlich wie normale Tapete verarbeiten. Er eignet sich allerdings nicht bei der Verwendung von Wärmedämm-Verbundsystemen.

Ob ausbessern oder komplett erneuern: Irgendwann ist jede Putzfassade reif für ein gründliches Make-up. Worauf es bei der Fassadensanierung ankommt, lesen Sie hier.

Hitze und Kälte, Schlagregen und UV-Strahlen, Kletterpflanzen und Schmutz: Die Fassade eines Hauses muss so einiges wegstecken. Und das geht auf Dauer an die Substanz: Laut Industrieverband WerkMörtel (IWM) halten Putzfassaden äußeren Einflüssen durchschnittlich rund 30 und maximal 50 Jahre lang stand. Wesentlich früher blättert allerdings die Farbe von der Fassade ab. Nach zwölf Jahren sollten verputzte Außenwände neu gestrichen werden, rät der IWM – es sei denn, es wird ein farbiger mineralischer Putz verwendet: Sind die Farbpigmente bereits Teil des Baustoffs, kann ein separater Anstrich entfallen.

Header Bild: iStockphoto