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Wer seiner Fassade ein modernes Design geben möchte, wertet sie durch karbonisierte Holzprofile auf. Die in Japan angewandte Yakisugi-Methode, das sogenannte Beflammen von Holz, lässt optisch ansprechende Oberflächen entstehen. Und sie hat auch praktische Gründe.

Das Zusammentreffen von Holz und Feuer klingt eigentlich nicht nach einer guten Idee. Doch das gezielte Abflammen von Holz wird in Japan schon seit Jahrhunderten angewandt, um das Material zu konservieren und zugleich optisch aufzuwerten. In Japan heißt die Methode Yakisugi, das übersetzt so viel wie „verkohlte Zeder“ bedeutet. Denn japanische Zedern werden traditionell für das Verfahren verwendet. In Europa spricht man eher allgemeiner von Karbonisierung bzw. karbonisiertem Holz.

Wie funktioniert Karbonisierung genau?

Karbonisierung ist eine spezielle Art der Holzkonservierung, bei der man die oberste Schicht des Materials kontrolliert verbrennt. Dabei wird die Zellulose im Holz verkohlt und teilweise karamellisiert, was dem Material ganz neue Eigenschaften verleiht. Härte und biologische Abbaubarkeit verändern sich und auch die Holzoberfläche sieht nach der Behandlung ganz anders aus: Sie schimmert mattschwarz und ähnelt glattem Leder, bringt dabei aber zugleich die individuelle Maserung der Dielen deutlich zum Vorschein. Je nach Holzart, Dauer des Verkohlvorgangs und der Art der Nachbehandlung lässt sich das Aussehen weiter beeinflussen.

Yakisugi: das gezielte Abflammen von Holz. Bild: Mocopinus

Wo lässt sich karbonisiertes Holz einsetzen?

In Europa ist die Holzkarbonisierung auf gutem Weg, zum Bautrend aufzusteigen. Immer mehr Firmen, wie beispielsweise das Ulmer Hobelwerk Mocopinus, bieten das neue Wanddesign an, denn die gleichmäßig gebrannten Elemente sind ein echter Hingucker. Anders als in Japan verwendet die deutsche Holzindustrie kein Zedernholz, sondern vor allem heimisch vorkommende Hölzer wie Lärche, Fichte und Eiche. Die karbonisierten Hölzer können sowohl außen als auch in Wohnräumen verbaut werden. An Fassaden lassen sich verkohlte Flächenprofile hervorragend mit hellerem Mauerwerk kombinieren. Innen akzentuieren sie Wände, Decken und Einrichtung mit ihrem silber-schwarzen Schimmer.

Karbonisierung schützt das Holz vor Wasser, Verwitterung und Fäulnis. Insekten nicht mehr eindringen und Pilzbefall wird verhindert. Foto: Mocopinus

Ökologische Vorteile von karbonisiertem Holz

Ein großer ökologischer Vorteil von Holz ist, dass es ein nachwachsender Rohstoff ist, der lokal produziert und verbraucht werden kann. Durch Karbonisierung wird das Holz aber noch nachhaltiger, denn die Veredelungsmethode verleiht dem Material auf natürliche Weise Schutz. Der temperaturintensive Vorgang verschließt die Holzzellen und schirmt die tiefer liegenden Holzschichten so vor Wasser, Verwitterung und Fäulnis ab. Außerdem können Insekten nicht mehr eindringen und der Pilzbefall wird verhindert. Ein Anstreichen mit Farbe oder Holzlasur ist nicht mehr notwendig, ebenso wenig eine Behandlung mit chemischen Holzschutzmitteln. Die Oberflächen bleiben dennoch unempfindlich und behalten ihre Optik über viele Jahre.

Karbonisierte Wände setzen ausdrucksvolle Akzente bei der Innengestaltung. Foto: Mocopinus

Foto Header / oben: Mocopinus