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Wer jedes Jahr dasselbe Gemüse an dieselbe Stelle pflanzt, laugt sein Beet aus – und senkt den Ertrag. Wir erklären, wie ein Fruchtwechsel den Boden fit hält sowie Krankheiten und Schädlinge verhindert.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, auch wenn er gärtnert. Warum denn nicht jedes Jahr dasselbe Gemüse an denselben Ort pflanzen? Ganz einfach: weil das den Nährstoffgehalt im Boden stark reduzieren, Krankheiten oder Schädlinge fördern kann. Deswegen muss man als Erstes wissen, dass der Nährstoffverbrauch von Gemüse zu Gemüse variiert.

Drei Gruppen

Gemüse lässt sich in drei Gruppen unterteilen: in die Schwach-, Mittel- und Starkzehrer. Besonders die Starkzehrer können einen Boden in relativ kurzer Zeit auslaugen. Wer also zum Beispiel Kürbisse und Zucchini immer im selben Beet zieht, kann zuschauen, wie von Jahr zu Jahr die Früchte weniger und kleiner werden.

Vierfelderwirtschaft

Die Lösung des Problems: die Vierfelderwirtschaft im Nutzgarten. Wer genug Beete oder Fläche zur Verfügung hat, unterteilt diese in vier Bereiche: jeweils einer für die Stark-, Mittel und Schwachzehrer sowie einer für die Gründüngung. Wer dann die Pflanzen jährlich ein Feld weiter rotieren lässt, tut seinem Boden schon einmal einen großen Gefallen.

Die Vierfelderwirtschaft lässt sich auch im Nutzgarten prima anwenden – genug Anbaufläche vorausgesetzt.
Illustration. C3 Visual Lab

Die Vierfelderwirtschaft lässt sich auch im Nutzgarten prima anwenden – genug Anbaufläche vorausgesetzt. Jedes Beet wird jedes Jahr anders bepflanzt: Wächst zunächst Gründüngung zur Erholung des Bodens, folgen auf derselben Fläche im nächsten Jahr die Starkzehrer, in zwei Jahren die Mittelzehrer und in drei Jahren die Schwachzehrer. Dann wird wieder Gründüngung ausgesät und der Kreis schließt sich. 

Gründüngung

Bei der Gründüngung werden Pflanzen gezielt angebaut, um den Boden zu verbessern. Normalerweise werden diese dann nicht geerntet, sondern untergepflügt oder gemulcht, also der Boden mit den abgeschnittenen Pflanzen bedeckt. Je nach Pflanze kann sie den Boden unter anderem auflockern, ihm Nährstoffe zu-führen, ihn mit Humus anreichern oder seine Wasserspeicherfähigkeit verbessern. Wichtig: Auch hier auf die Pflanzenfamilie achten! Die Gründüngungspflanzen, die auf Schwachzehrer folgen und den Stark-zehrern vorangehen, sollten nicht der-selben Familie angehören. Ein Blick auf die Saatgutpackung oder eine kurze Internetrecherche hilft weiter.

Bei der Gründüngung werden Pflanzen gezielt angebaut, um den Boden zu verbessern.
Fotos: Shutterstock; Illustration: C3 Visual Lab

Krankheiten und Schädlinge

Aber was war da noch einmal mit Krankheiten und Schädlingen? Da diese normalerweise eine Pflanzenfamilie bevorzugen und Erreger sowie Eier im Boden überwintern können, ist noch ein weiterer Punkt wichtig: Nie dieselbe Familie aufeinanderfolgen lassen! In unserer Übersicht mit dem weitverbreitetsten Gartengemüse nennen wir daher auch die Familien.

Und im Übrigen: Es gibt auch Gemüse, das es gar nicht mag umzuziehen. Erdbeeren, Rhabarber und Tomaten bleiben am besten da stehen, wo sie gut gedeihen und viel Ertrag bringen.

So halten Sie Schädlinge und Krankheiten fern!

Worüber freut sich der Kartoffelkäfer besonders? Wenn im nächsten Frühling an derselben Stelle wieder Kartoffelpflanzen stehen. Sollte dort jedoch eine Pflanze aus einer anderen Familie wachsen, zieht er weiter oder verendet. Auch Krankheitserreger aus der vergangenen Gartensaison, die im Boden verblieben sind, finden so keinen neuen Wirt.

Daher ist es ratsam, nicht nur jährlich in jedem Beet von Schwach- zu Mittel- und zu Starkzehrern zu wechseln, sondern auch keine Pflanzen aus einer Familie aufeinanderfolgen zu lassen. Zumindest nicht an derselben Stelle oder in direkter Nähe.

 

Bilder Header / oben: Fotos: Shutterstock; Illustration: C3 Visual Lab